WM-Ökonomie

13. Juni 2002, 18:22
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13. Juni 2002 - Kürzlich schockierte uns folgende Agenturmeldung: Aufgrund des gesteigerten TV-Konsums während der Fußball-WM...

... sinke in diversen Staaten die wirtschaftliche Produktivität. Um wie viel Prozent? Das müsste ich jetzt recherchieren, habe aber leider derzeit keine Zeit dazu: In fünf Minuten beginnt das nächste Match. Sorry, äh, aber . . .

Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit der Lektüre des Radio- und TV-Programms: Was muss ich da - anlässlich einer Sendung auf Ö1 - lesen? "In Österreich starten erste Firmen mit ,Theater am Arbeitsplatz'. Das so genannte Unternehmenstheater hat in den USA eine längere Tradition: Stücke über das Arbeitsleben sollen die Kommunikation verbessern."

Schade eigentlich, dass nur "Stücke über das Arbeitsleben" gespielt werden. Es wäre ja schön, wenn plötzlich eine Komödiantentruppe bei der Tür hereinkäme und verkünden könnte: "Hey, Leute, euer Chef spendiert euch heute eine Runde Hamlet!" Oder wenn in einer Sparvariante hausinterne Glanzleistungen gefeiert würden: "Gestern war unsere Sekretärin wieder eine herausragende Ophelia!" Aber das ist illusorisch. Stattdessen spielen sie demnächst wohl in vielen Firmen: Wer hat Angst vor gesenkter Produktivität?

Andererseits: Fernsehen ist viel billiger. Vielleicht kann die heimische Wirtschaft den ORF mittels Product-Placements zu einer Daily Soap Die Chaoten vom Arbeitsplatz überreden. Flächendeckend könnte dann gleich eine erste Folge lauten: Wer hat Angst vor einem Weltmeister Deutschland? Und die zweite: Nur ka Theater! (cp/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 13.6.2002)

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