Casinos Austria expandiert in der Schweiz

13. Juni 2002, 18:14
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Rekordergebnis im vergangenen Jahr trotz Besucherrückgang

Zürich - Seit 1993 ist die Casinos Austria in der Schweiz tätig. Am 26. Juni eröffnet die Casinos Austria Swiss AG in Luzern das erste "Grand-Jeu-Casino" der Schweiz, am 6. Juli soll ein weiteres in Bern folgen. Bis Ende des Jahres sollen die Kursäle in Schaffhausen, St. Moritz und Pfäffikon (B-Konzession) offen sein, sowie bis Ende 2003 ein Casino mit A-Konzession in St. Gallen. Insgesamt 45 Mill. Franken (30,5 Mill. Euro) seien bisher in die Projekte investiert worden, sagte Paul Herzfeld, Auslandsvorstand der Casinos Austria. Casinos Austria sei an diesen Spielbanken im Umfang von 13 (Bern) bis 50 (St. Moritz) Prozent beteiligt, und halte die operative Führung.

Das Glückspielunternehmen erwarte jährlich 1,2 Millionen Gäste und im Durchschnitt der ersten drei Jahre Bruttospielerträge von 200 Mill. Franken. "Die Betriebe müssen zuerst richtig aufgebaut werden", warnte Herzfeld vor übertriebenen Erwartungen, redete aber auch vom Konkurrenzvorteil, den man dank des internationalen Netzwerkes habe.

Rekordjahr

Im vergangenen Jahr haben die Casinos Austria trotz Besucherrückgangs ein Rekordergebnis eingespielt. Vor allem der Umsatz mit Spielautomaten habe deutlich zugelegt, sagte Generaldirektor Leo Wallner am Mittwoch.

Der Bruttospielertrag, also die Summe der Spieleinsätze abzüglich der Gewinnauszahlungen, stieg um 1,5 Prozent auf 221,6 Mio. EURO. Gegenüber den Vorjahren fiel die Steigerung damit zwar geringer aus, dennoch müsse man "in Zeiten von Konjunkturpessimismus mit einem Plus zufrieden sein", sagte Wallner. Auch für heuer rechnet er mit einer Ertragssteigerung um ein bis drei Prozent. Der Umsatz stieg um 0,5 Prozent auf 320,9 Mio. EURO, das Betriebsergebnis legte um 16 Prozent auf 2,7 Mio. EURO zu. An Bund, Länder und Gemeinden lieferten die Casinos Austria knapp 150 Mio. EURO ab.

Automatengeschäft legt zu

Das Automatengeschäft legte um 3,6 Prozent zu und macht mittlerweile bereits fast 64 Prozent am Gesamtergebnis aus. 1991 lag dieser Anteil bei nicht einmal 40 Prozent. An Bedeutung zugenommen habe auch das Spiele-Angebot im Internet, so Wallner.

Die Zahl der Besucher ging um über zwei Prozent auf 2,8 Millionen zurück. Das sei unter anderem auf die konjunkturelle Lage nach dem 11. September zurückzuführen, sagte Wallner.

In den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres legte der Bruttospielertrag um 1,6 Prozent auf 93,8 Mio. EURO zu. Die Euro-Umstellung habe zu Zurückhaltung am Jahresbeginn geführt, diese lasse aber zunehmend nach, so Wallner.

Die Casinos Austria Gruppe, die weltweit 78 Kasinos betreibt, konnte ihr Ergebnis um über 20 Prozent auf 52,68 Mio. EURO steigern. (zwi, kab/DER STANDARD, Printausgabe, 13.6.2002)

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