Warnungen vor Flugzeugabschuss

12. Juni 2002, 18:47
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Deutschland verstärkt Kontrolle

In Deutschland herrscht erhöhte Alarmbereitschaft vor möglichen Anschlägen durch Al-Qa'ida-Terroristen. Die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen vor allem auf Flughäfen wurden verschärft. Auslöser war laut Angaben der Bild-Zeitung vom Mittwoch ein Rundschreiben des Bundesnachrichtendienstes (BND), wonach Al-Qa'ida-Kommandos versuchen könnten, über Frankfurt oder einer anderen deutschen Großstadt einen Jumbojet nach dem Start oder beim Landeanflug zum Absturz zu bringen.

Das hessische Landeskriminalamt (LKA) spielte mehrere Szenarien durch: Der Abschuss könnte durch tragbare Raketen vom Typ Stinger oder durch mit mehreren Kilo Sprengstoff gefüllte ferngelenkte Flugzeugmodelle erfolgen. "Der Einsatz gegen Verkehrsflugzeuge in der Start- bzw. Landephase kann nicht ausgeschlossen werden", heißt es in einem LKA-Schreiben. Allerding lägen keine "konkreten Erkenntnisse" vor, wurde am Mittwoch vom Bundeskriminalamt versichert. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte am Dienstag erklärt, allgemeine Warnungen blieben aufrecht.

Der BND schätzt die Gefahr anscheinend konkreter ein. Ein Geheimdienst- experte berichtete dem STANDARD, Funksprüche im Nahen Osten seien abgehört worden, die auf Anschläge in Deutschland hinwiesen. Außerdem seien Stinger-Raketen aus Afghanistan geschmuggelt und in Saudi-Arabien eine Raketenabschussbasis gefunden worden.(Der STANDARD, Printausgabe 13.6.2002)

Von Alexandra Föderl-Schmid aus Berlin
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