Nationalbank sieht stärkeres Wachstum

13. Juni 2002, 10:25
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Kräftige Belebung noch im heurigen Jahr - Steigende Haushaltseinkommen tragen Aufschwung weiter

Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet in ihrer am Mittwoch vorgelegten Frühjahrsprognose für Österreich einen kräftigen Konjunkturaufschwung im Laufe dieses Jahres. Diese Annahme gründet primär auf vorauseilenden Indikatoren, während sich die "hard facts" dafür noch nicht völlig überzeugend präsentieren würden.

Bedingt durch den ausgeprägten Wachstumseinbruch Mitte 2001 werde das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Gesamtjahr 2002 um 1,1 Prozent wachsen, um 0,2 Prozentpunkte stärker als in der OeNB-Herbstprognose 2001 angenommen, erklärte die Nationalbank Mittwochabend in einem Pressegespräch. Das Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) hatten zuletzt im April für heuer 1,2 beziehungsweise 1,7 Prozent Realwachstum vorhergesagt.

Vom Außenhandel ausgehender Konjunkturimpuls

Nach einem ersten vom Außenhandel ausgehenden Konjunkturimpuls würden steigende verfügbare Einkommen der Haushalte den Aufschwung weiter tragen, erklärte die Nationalbank weiter, so dass sich das reale BIP-Wachstum 2003 und 2004 auf rund 2,5 Prozent erhöhen werde. Wifo und IHS waren für 2003 zuletzt im April von 2,8 beziehungsweise 2,5 Prozent realem BIP-Wachstum ausgegangen.

Die Steigerungsrate der Verbraucherpreisindex (VPI) werde heuer 1,6 Prozent betragen, so die OeNB. Im weiteren Verlauf des Prognosehorizonts werde die Inflation weitgehend unverändert bleiben und sich auf niedrigem Niveau bei 1,6 Prozent (2003) beziehungsweise 1,7 Prozent (2004) stabilisieren.

Konjunkturstütze

Der Konsum der privaten Haushalte werde weiterhin die wesentliche Stütze der österreichischen Konjunktur darstellen. Nach dem Einbruch im Vorjahr werde für 2002 mit einer Erholung der Investitionstätigkeit gerechnet.

Vor dem Hintergrund sich verbessernder internationaler Rahmenbedingungen und angesichts günstiger Finanzierungsbedingungen sollten im Vorjahr aufgeschobene Investitionsprojekte heuer realisiert werden. Das Wachstum der Investitionen werde 2002 leicht positiv sein und sich in den Jahren 2003 und 2004 dann deutlich auf je 3,6 Prozent beschleunigen. Auch im Bausektor sollte eine langsame Erholung eintreten.

Mit einem Überschuss von 0,1 Prozent des BIP habe der öffentliche Sektor 2001 das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes für den Gesamtstaat früher als geplant erreicht, erklärte die OeNB weiter. Für 2002 und 2003 sei allerdings mit einem geringen Defizit zu rechnen. (APA)

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