Frankreichs Europa-Minister weiter unter Geldwäscherei-Verdacht

12. Juni 2002, 17:41
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Beschwerde des Verdächtigten vor dem höchsten Zivilgericht gescheitert

Paris - Gegen Frankreichs Europa-Minister Renaud Donnedieu de Vabres wird die französische Justiz weiter wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und illegale Parteienfinanzierung ermitteln. Der 48-jährige Minister der neuen rechtsliberalen Regierung in Paris scheiterte am Mittwoch mit einer Beschwerde vor dem höchsten Zivilgericht Frankreichs. Das Pariser Kassationsgericht erklärte zwei 1998 eingeleitete Ermittlungsverfahren für rechtens. Die Anwälte des Ministers wollten geltend machen, dass die Ermittlungsrichter bei der Untersuchung der Geldwäscherei-Affäre ihre Kompetenzen überschritten hätten.

Donnedieu de Vabres zahlte 1996 umgerechnet 762.000 Euro bar bei einer italienischen Bank ein, um den Sitz der liberalen Parti Republicain (PR) zu finanzieren, die inzwischen in der Partei Democratie Liberale von Premierminister Jean-Pierre Raffarin aufging. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft diente dieser Transfer der Geldwäscherei. Wegen des Falles wird auch gegen den einstigen PR-Vorsitzenden, Frankreichs Ex-Verteidigungsminister Francois Leotard, ermittelt.(APA/sda)

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    Der Europaminister Donadieu de Vabres auf einem Archivbild.

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