3. Etappe: Glomser vor Lutte

13. Juni 2002, 16:38
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Der Saecomann holte sich den Abschnitt im Sprint - Cancellara mit nur vier Sekunden Vorsprung weiter in Gelb

Innervillgraten/Osttirol - Am dritten Tag der Bank-Austria-Tour durfte erstmals ein heimischer Fahrer über den Sieg jubeln. Der Salzburger Gerrit Glomser stand nach drei dritten Plätzen in Serie endlich ganz oben auf dem Podest, er gewann die 196-km-Etappe von Schwaz nach Innervillgraten im Sprint einer kleinen Spitzengruppe vor Peter Luttenberger. Der Schweizer Fabian Cancellara rettete das Gelbe Trikot mit vier Sekunden Vorsprung auf Glomser.

"Lange letzte Meter"

Glomser hatte sich vor dem Start von einem Freund genau über den Streckenverlauf im Finish informieren lassen und er hatte nach drei Bergwertungen noch die Kraft, diesen Vorteil auszunützen. Im extrem nervösen Finale (mit Attacken von Martin Fischerlehner und Patrick Kofler) schloss er die Lücke zu Luttenberger und dem Dänen Jörgen Bo Petersen, hielt sich in deren Windschatten und attackierte 250 m vor der "kleinen" Bergankunft. "Die letzten Meter waren dann noch sehr lang", sagte Glomser, der zuletzt bei Deutschland-Tour und zwei Mal bei der Österreich-Rundfahrt Dritter gewesen war.

Zweiter Profisieg

Es war der erste Sieg des 27-Jährigen im Saeco-Trikot und sein insgesamt Zweiter nach Bad Hofgastein 2000. Der Erfolg bedeutete eine Genugtuung nach einem problematischen Frühjahr. Da hatte der frühere Dritte der U23-EM und -WM wegen einer Entzündung des Zwölffingerdarms vier Wochen Rennpause verordnet bekommen. Dass er das Gelbe Trikot so knapp verpasste, ärgerte ihn nicht. "Zu fünft hätten wir das Trikot nicht verteidigen können, ich brauche die Hilfe meiner Kollegen an den nächsten Tagen selbst."

Lutte verbessert

"Lutte, es tut mir leid", meinte Glomser im Ziel zu seinem steirischen Kollegen, der lächelnd Verständnis zeigte. "Glomser hat keine Führungsarbeit geleistet, nachdem unsere Gruppe ausgerissen war, aber als Sprinter musste er seine Chance suchen", meinte Luttenberger. Der wollte natürlich selbst auch gewinnen, war aber mit seiner Verbesserung auf Rang drei der Gesamtwertung, 28 Sekunden hinter Cancellara, zufrieden.

"Petersen, einer der größten Gegner"

Die lange Etappe über Gerlos und Felbertauern hatte auch Luttenberger, der sich auf Tour de Suisse und Tour de France vorbereitet, einige Substanz gekostet. Der Lohn waren einige Sekunden Bonus gegenüber seinen Rivalen, sieben auf Maurizio Vandelli und 18 auf Hannes Hempel. "Hempel hat heute Schwächen gezeigt, Petersen ist sicher einer der größten Gegner", erklärte der 29-jährige Wahl-Monegasse. Petersen war erst vor wenigen Tagen Dritter der Classique des Alpes gewesen.

Helfer Obwaller

Auf einen anderen starken Bergfahrer muss Luttenberger nicht mehr aufpassen. Der wieder erstarkte Hans Peter Obwaller (Ich bin auf mein maßgeschneidertes Rad gewechselt") will sich voll in den Dienst seines Nationalteam-Kollegen stellen. "Er liegt eine halbe Minute vor mir und ist unser stärkster Mann, ich werde ihn auf dem Kitzbühler Horn mit allen Kräften unterstützen." (APA)

3. Etappe (Schwaz-Innervillgraten/196 km):

1. Gerrit Glomser (AUT) 5:17:45 Std. 2. Peter Luttenberger (AUT) + 2 Sek. 3. Jörgen Bo Petersen (DEN) + 0:04 4. Claudio Astolfi (ITA) + 0:07 5. Hans Peter Obwaller (AUT) 6. Bert de Waele (BEL) 7. Filip Meirhaeghe (BEL) 8. Lennie Kristensen (DEN) 9. Fabio Bulgarelli (ITA) 10. Harald Morscher (AUT) weiter: 19. Maurizio Vandelli (ITA) 22. Fabian Cancellara (SUI), gl. Zeit 28. Hannes Hempel (AUT) + 0:18 29. Martin Fischerlehner (AUT), gl. Zeit

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