Sharon: Gründung eines Palästinenserstaats bringt Instabilität

12. Juni 2002, 16:39
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Israels Premier sieht Koalition gefährdet

London - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat sich in seinen Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush am Montag in Washington offenbar nicht mit seinen Vorbehalten gegen die Schaffung eines selbstständigen Palästinenserstaates durchsetzen können. Unter den "gegenwärtigen Bedingungen" werde nach Ansicht Sharons die innenpolitische Stabilität in Israel durch eine palästinensische Staatsgründung gefährdet, sagte ein ranghoher israelischer Politiker, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Mittwoch in London.

Sharon befürchte ein Zerbrechen des israelischen Kabinetts der nationalen Einheit, wenn er eine palästinensische Staatsgründung mittragen müsse. Dies würde auf vorgezogene Wahlen und eine Lähmung der israelischen Politik für mindestens sechs Monate hinauslaufen. Der Premier legte bei seinem Rückflug von Washington nach Israel einen Zwischenstopp in London ein. Für den Mittwochnachmittag waren Gespräche mit dem britischen Premierminister Tony Blair geplant.

Bush soll nach Angaben von US-Außenminister Colin Powell am Freitag eine wichtige Erklärung zur amerikanischen Nahost-Politik abgeben. Der Präsident erwäge einen palästinensischen "Übergangsstaat" noch vor Abschluss von Verhandlungen über den definitiven Status der von Israel besetzten Gebiete. (APA)

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