Tomaten, nein danke!

12. Juni 2002, 15:50
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Wirkstoff IBI-246 schlägt Mücken schneller in die Flucht als Chemikalien

Raleigh - Ein natürlicher Wirkstoff der wilden Tomate wirkt besser gegen Mücken als die herkömmlich verwendete Chemikalie DEET. Das ergaben Untersuchungen an der North Carolina State University, die sich das Mittel bereits patentieren ließ. Mit der Produktion der Substanz zur Insektenabwehr wurde das Unternehmen Insect Biotechnology beauftragt.

Die als IBI-246 bezeichnete Substanz schützt laut Michael Roe von der North Carolina State University die Tomate nicht nur vor Ameisen und Käfern, sondern vertrieb im Laborversuch auch Moskitos, Flöhe, Kakerlaken und Mücken. Laut Roe und John Bennett, CEO von Insect Biotechnology, hat die Substanz das Potenzial, das derzeit wirksamste Mittel am Markt, DEET (N,N-Diethyl-meta-Toluamid), zu ersetzen. DEET wurde 1946 für die US-Army entwickelt und kann bei falscher Anwendung gesundheitsschädigend sein. Die US-Umweltbehörde EPA hat bereits 230 DEET-beinhaltende Produkte registriert. Schätzungen zufolge soll ein Drittel der US-Bevölkerung jährlich DEET verwenden.

Allerdings hat auch das Tomatenmittel laut Roe Nebenwirkungen, auch wenn es sich nach den ersten Untersuchungen für Menschen als weniger giftig erwies. Die Substanz werde aber bereits in der Produktion von Kosmetika verwendet, daher sei ihre Toxizität schon ausreichend untersucht, betonte Roe. Bennett hat bereits bei der EPA für eine Genehmigung von IBI-246 in verschiedenen Insekten-Schutzmitteln angesucht. Wie lange das Zulassungsverfahren, dauert steht noch nicht fest. Bennett hofft, dass das Tomatenmittel bis Ende dieses Jahres eine EPA-Genehmigung erhält. Die Produktionskosten sollen mit denen von DEET vergleichbar sein. (pte)

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