Radioaktive Geräte strahlen in Georgien vor sich hin

12. Juni 2002, 15:06
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UN-Atombehörde lässt nach Strontium-haltigen Generatoren suchen, die in der Landschaft herumliegen

Wien - Ein Team der UN-Atomenergiebehörde (IAEO) hat mit einer zweiwöchigen Suche nach radioaktiven Geräten in Georgien begonnen. Die thermoelektrischen Generatoren wurden von der Sowjetunion in entlegenen Gebieten zur Betreibung von Funkanlagen benutzt. Die Zylinder sind äußerst gefährlich, da sie in ihrem Inneren radioaktives Strontium-90 enthalten. Die Geräte belasten die Umwelt, da sie einfach in der Landschaft herumliegen und verrotten. Rund 80 Experten suchen nach den acht als verschwunden geltenden Generatoren. Sechs wurden bereits gefunden.

Seit 1997 kooperiert die IAEA mit der Regierung Georgiens. Bis dato wurden 280 radioaktive Quellen auf militärischen Geländen gefunden und von der Regierung in Sicherheit gebracht. Im Februar 2002 fand ein Team in den georgischen Wäldern so genannte RTGs (Radioisotop-Thermal-Generatoren) ohne Schutzmantel. Zwei Männer wurden schwer verstrahlt und werden in Frankreich und Russland medizinisch behandelt. Bisher ist nur ein Teil des radioaktiven Bleis aufgetaucht, das die RTGs umgeben hatte.

Die zweiwöchige Suchaktion im Juni ist eine erste operative Phase des Aktionsplans, um an einigen ausgewählten Regionen in Georgien radiologische Begutachtungen durchzuführen. Auch in der zweiten Phase wolle man Teile Georgiens mit Detektoren nach "verwaisten" radioaktiven Quellen absuchen, die keiner geregelten Überwachung unterliegen. Georgien ist laut Abel Gonzalez von der IAEA nur Teil des umfassenden Plans. Die Behörde will auf Wunsch auch andere Staaten unterstützen, die eine Kontrolle über die "verwaisten" Quellen zurückverlangen. (pte)

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