Kinderbetreuung als Arbeitsleistung

13. Juni 2002, 13:19
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Haupt und Leitl erfreut über Anrechnung bei Abfertigung neu

Wien - Die Sozialpartner äußerten sich ebenso wie die Parlamentarier lobend über die Abfertigung neu. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (V) erklärte, die betriebliche Mitarbeitervorsorge für alle zeige das Funktionieren der politischen Kultur in Österreich. Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel (S) zeigte sich erfreut, dass es "endlich wirklich eine Abfertigung für alle" ArbeitnehmerInnen geben werde. Aber auch Frauen- und Familienminister Herbert Haupt (F) zeigte sich über den "enormen Fortschritt" hoch erfreut und bezeichnete die Abfertigung neu als "revolutionäre Leistung für Frauen und Familien".

Kinderbetreuungsgeld wird angerechnet

Vorteile der Neuregelung sieht Haupt vor allem in Bezug auf die Anerkennung von Kinderbetreuungszeiten als Arbeitsleistung: "Durch die Neuregelung werden nun auch die Zeiten des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld angerechnet. Nach der alten Rechtslage wurden die Zeiten der Karenz bei der Abfertigung nicht berücksichtigt, die Familienarbeit führte daher zu einer konkreten Benachteiligung." Erwerbstätigkeit und Teilzeitbeschäftigung bei gleichzeitiger Kinderbetreuung werde durch den starken Anreiz gefördert, für den selben Zeitraum eine Beitragleistung vom Arbeitsentgelt als auch vom Kinderbetreuungsgeld zu erhalten. "Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird durch diese Maßnahme besonders wirkungsvoll unterstützt", so der Sozialminister. Der durch die neue Abfertigungsregelung bewirkte Ausbau der zweiten Pensionssäule sei daher vor allem für jene Frauen besonders wichtig, die Kinder großgezogen haben. Für sie stelle die "Abfertigung neu" einen weiteren Schritt zur eigenständigen Alterssicherung dar.

Leitl meinte, er sei "stolz darauf, dass die Neuregelung nicht nur für unsere Betriebe und Selbstständigen eine große Verbesserung bedeutet, sondern, dass auch die ArbeitnehmerInnen und der Finanzminister ihre Positionen einbringen konnten und wir gemeinsam eine win-win-win-Situation geschaffen haben".

Tumpel: Sozialpartner waren wichtig

Tumpel sagte, es sei nur "fair, dass sich endlich jeder Arbeitnehmer eine Abfertigung erarbeiten kann". Es sei ein großer Fortschritt, dass die Sozialpartner ein Modell erarbeitet und durchgesetzt haben, das eine Abfertigung für alle bringe. Nach dem Regierungsvorschlag wäre dagegen fast ein Drittel der Beschäftigten leer ausgegangen.

Noch arbeiten müsse man, so Tumpel, an den Regelungen des Übertritts vom alten ins neue System. Es müsse verhindert werden, so Tumpel, dass die ArbeitnehmerInnen unter Druck gesetzt werden können, auf bestehende, bessere Ansprüche zu verzichten.(APA)

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