Besser FdH als fettreduzierte Kost?

12. Juni 2002, 14:44
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US-Forscher empfehlen logischeres Denken in Sachen gesunde Ernährung - "Low fat" ist keine Schlankheitsgarantie

Dallas - Künstlich fettfrei gemachte Lebensmittel halten die Taille nicht so schlank wie kleinere Portionen. Das berichtet die American Heart Associtation in Dallas in der Fachzeitschrift "Circulation" (Bd. 105, S. 2800). Der daraus resultierende Rat der Gesellschaft, weniger zu essen, steht im Gegensatz zu früheren Empfehlungen der US-Regierung. Diese hatte die Nahrungsmittelindustrie in den 1990er Jahren aufgefordert, möglichst viele Produkte mit verringertem oder ganz ohne Fettanteil anzubieten.

Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge gibt es allein in den USA derzeit weit mehr als als 1.000 Lebensmittel, deren Fettgehalt reduziert wurde. Dazu zählen Käse, Salatsauce, Mayonnaise, Margarine, Kartoffelchips bis hin zum Sahneeis und anderen Desserts mit null Prozent Fett. Nach einer Untersuchung der Vereinigung "Calorie Control Council" berichteten bereits 1998 mehr als 90 Prozent der Amerikaner, fettfreie Lebensmittel und Getränke zu verzehren.

Fettlos gegessen, dick geblieben

Entsprechend sei der Fettanteil am Kalorienkonsum in der Vergangenheit deutlich gesunken, schreibt die Zeitung. "Doch Übergewicht ist trotzdem ein weit verbreitetes Phänomen", heißt es darin weiter. Das liegt daran, dass die Entscheidungen am Mittagstisch "nicht immer logisch sind", erläuterte die Epidemiologie-Professorin Judith Wylie-Rosett vom Albert Einstein College of Medicine in New York. Man könne nicht einfach eine ganze Packung Eis essen, auch wenn es fettreduziert sei.

Besondere Sorge bereitet ihr einer von 13 häufig verwendeten Fettersatzstoffen: Olestra. Dieser vor allem in Kartoffelchips verwendete Fettersatz verhindere die Aufnahme der Vitamine A, E und K im Verdauungssystem. (APA/dpa)

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