"Sehr fader" Kunstmarkt - niedrige Preise

12. Juni 2002, 14:36
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Waldmüller-Porträt von Franz Joseph ging bei Wiener Kunst Auktionen zum Rufpreis weg

Wien - Ein Porträt des zweijährigen Kaisers Franz Joseph von Ferdinand Georg Waldmüller ist am Dienstag bei den Wiener Kunst Auktionen zum Rufpreis von 150.000 Euro versteigert worden. Direktor Otto Hans Ressler meinte, damit habe das Bild mit seinem Verkehrswert von 300.000 Euro zwar "den höchsten Euro-Zuschlag in einer österreichischen Auktion" erzielt; insgesamt aber sei die gegenwärtige Stimmung am Kunstmarkt "sehr fad".

Die Performance wäre insgesamt nicht überzeugend gewesen. Ein früher Frauenkopf von Max Pechstein (150.000 Euro) etwa fand ebenso wenig einen Käufer wie ein Rosengarten von Olga Wisinger-Florian (65.000 Euro). Der Markt präsentiere sich sehr fragil, die Verkaufsrate sei nicht überzeugend, die Nachfrage derzeit sehr zögerlich.

Das Waldmüller-Porträt war schon vor einiger Zeit unter Denkmalschutz gestellt worden, weshalb zwei ausländische Interessenten passen mussten. Für österreichische Museen, die Interesse an dem Toplos der Auktion gezeigt hätten, sprengte der Preis die Möglichkeiten ihres Budgets, so Ressler. Es bestünden allerdings gute Chancen, das Gemälde, das auf eine lange Liste erzherzöglicher Vorbesitzer zurückblicken kann und als erster Höhepunkt in Waldmüllers Meisterschaft als Kinderporträtist gilt, bald in einer bedeutenden österreichischen Sammlung unterzubringen.(APA)

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