Immobilienschwindel auf Insel La Gomera

12. Juni 2002, 14:10
posten

Mehrere Oberösterreicher unter den Geschädigten - Ein Tatverdächtiger bereits in Deutschland in Haft

Linz - "La Gomera, eine spanische Insel im Atlantik ist berühmt für das angenehme Klima. Sie ist eine Trauminsel für Urlauber und betrügerische Luftgeschäfte". So leitete die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich am Mittwoch einen Aufruf ein, mit dem sie Personen sucht, die vermutlich Opfer eines Betruges mit Immobilien auf der spanischen Insel wurden.

Ein Tatverdächtiger ist bereits in Deutschland in Haft. Er hatte mit Hochglanzprospekten um Investoren für den Bau eines neuen Groß-Hotels geworben. Die Werbebroschüre zeigte eine Fotomontage des Hotels im herrlichen Panorama inmitten von Palmen und Stand. Sie enthielt außerdem einen kurzen historischen Abriss von der Kanaren-Insel, von der aus Columbus 1492 zu seiner Reise aufbrach, die zur Entdeckung Amerikas führte.

Fremde Grundstücke verkauft

Den an einer Investition Interessierten wurde angeboten, insgesamt rund 60 Millionen Euro in dem Hotel-Projekt Gewinn bringend zu veranlagen. Dazu wurde von einem deutschen Staatsbürger, der mittlerweile von den deutschen Gerichten bereits in Untersuchungshaft genommen wurde, auf der Insel eine eigene Baugesellschaft gegründet. Sie verfüge - so die Darstellung der Betreiber - bereits über die für den Bau erforderlichen Grundstücke. Die Tatverdächtigen sollen aber auch mit Grundstücken gelockt haben, die ihnen gar nicht gehörten und die es - wie die Ermittler herausfanden - überhaupt nicht gibt. Trotzdem waren sie in ihren Verkaufsplänen im Norden der Insel bereits als schöne Parzellen mit Zufahrtsstraßen eingezeichnet.

Mehrere Oberösterreicher unter den Geschädigten

Bei den deutschen Behörden haben sich mittlerweile zwölf Privatleute gemeldet, die in das vermeintliche Hotelprojekt investiert haben. Die Dunkelziffer dürfte aber wesentlicher höher sein. Bei der grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit zwischen dem Polizeipräsidium Regensburg und der Kriminalabteilung in Oberösterreich konnten zudem auch mehrere Investoren aus Oberösterreich eruiert werden, die auf den Schwindel hereingefallen waren.

Nach weiteren Geschädigten wird gesucht

Die Sicherheitsbehörden können aber nicht ausschließen, dass weitere Anleger in Oberösterreich geschädigt wurden, das aber noch gar nicht gemerkt haben. Bestärkt werden sie in ihrer Vermutung dadurch, dass ein 32-jähriger Oberösterreicher an der Vermittlung dieser Grundstücke direkt beteiligt war. Deshalb werden Personen gesucht, die entweder durch den Erwerb von Grundstücke geschädigt wurden oder dadurch, dass ihnen Grundstücke zur Besicherung anderer Fälligkeiten angeboten worden waren.(APA)

Share if you care.