Nitrofen-Ermittlungen in Frankreich

12. Juni 2002, 13:46
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Korn aus verseuchter Halle gelangte offenbar nach Frankreich

Straßburg/Stuttgart - Der Nitrofen-Skandal beschäftigt nun auch die Behörden in Frankreich. Wie ein Sprecher des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart am Mittwoch bestätigte, wurde Getreide aus der Lagerhalle in Malchin von einem deutschen Betrieb nach Frankreich exportiert. Die Bundesregierung habe die zuständigen Behörden in Paris davon in Kenntnis gesetzt.

Bio-Getreide über Zwischenhändler

In dem betroffenen deutschen Betrieb, der Zeller Mühle in Ottersweier, seien Ende der Woche eine Reihe von Proben entnommen worden. Diese würden zur Zeit analysiert. Die Ergebnisse der Untersuchung lägen noch nicht vor.

Den Angaben zufolge hat das Ministerium Hinweise, dass Getreide aus Malchin in die Zeller Mühle gelangt ist. Deren Geschäftsführer Thomas Huber hatte am Vortag den Getreide-Export ins Elsass bestätigt. Zugleich betonte er, er kaufe sein Bio-Getreide über Zwischenhändler und wisse nicht genau, wo es zuvor gelagert wurde.

Die Halle in Malchin, wo vor allem Öko-Getreide gelagert wurde, ist der Ausgangspunkt des Nitrofen-Skandals. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde dort bis 1995 das Krebs erregende Unkrautvernichtungsmittel gelagert. Dabei handelte es sich um Restbestände aus DDR-Zeiten. In der EU ist der Einsatz von Nitrofen bereits seit 1988 verboten.(APA)

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