Infineon kauft Ericsson-Sparte für 400 Millionen Euro

12. Juni 2002, 13:22
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Bezahlung mit Aktien - Deal soll bis Sommer abgeschlossen sein

München - Der Münchener Chip-Hersteller Infineon Technologies AG, München, übernimmt die Mikroelektronik-Sparte des schwedischen Telekommunikationskonzerns Telefon AB LM Ericsson, Stockholm, für 400 Mill. Euro. Die Transaktion solle auf Aktienbasis realisiert werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Abschluss de Geschäfts werde für Sommer dieses Jahres erwartet, sofern die Kartellbehörden zustimmten. Darüber hinaus werden beide Unternehmen ihre Kooperation im Mobilfunk für 2,5-G und 3-G-Lösungen erweitern.

Durch die Akquisition werde Infineon sich in den Bereichen Bluetooth-Lösungen und Hochfrequenz-Komponenten für Mobiltelefone sowie in der mobilen Infrastruktur verstärken, teilte das Unternehmen weiter mit. Infineon werde "die starken Positionen von Ericsson in diesen Bereich mit der eigenen Leistungsfähigkeit bei Design und Produktion verbinden und die Einführungszeiten neuer Produkte wesentlich verkürzen".

Wichtigen Schritt zur Fokussierung auf das Kerngeschäft

Der CEO und Präsident von Ericsson, Kurt Hellström, wertete die Transaktion der Mitteilung zufolge als wichtigen Schritt zur weiteren Fokussierung auf das Kerngeschäft. Infineons Vorstandsvorstandsvorsitzender Ulrich Schumacher stellte eine Stärkung des Kommunikationsgeschäfts in Aussicht.

Beide Unternehmen hatten in den vergangenen Tagen Gespräche bestätigt, allerdings ohne auf Details einer möglichen Kooperation einzugehen. Ericsson will sich in Zukunft bekanntlich auf sein Kerngeschäft mit Telekommunikationsnetzen und Mobiltelefonen konzentrieren und hatte wiederholt erklärt, sich von der Mikroelektronik-Sparte trennen zu wollen. Analysten hatten eine Kooperation beider Unternehmen begrüßt.

Zu der Transaktion gehöre die schwedische Ericsson Microelectronics AB und die dazu gehörenden Aktivitäten, teilte der schwedische Telekomausrüster mit. Infineon übernehme die 700 Angestellten, die Produkte, die Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung. Etwa 600 Mitarbeiter in zwei Werken im Großraum Stockholm blieben bei Ericsson beschäftigt. Die Genehmigung der Transaktion durch die Behörden stehe noch aus. Die verkaufte Sparte stelle Chips für Mobiltelefone und für Basisstationen von Mobilfunknetzen her. Ericsson wolle die Produkte der Sparte weiter verwenden.(APA/vwd)

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