Weg für zweiten Börsegang frei

13. Juni 2002, 13:43
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Neue Aufsichtsräte - Zustand der sanitären Anlagen sorgt bei Hauptversammlung für Unruhe

Wien – Die Aktionäre der Telekom Austria (TA) haben am Mittwoch den Weg für einen weiteren Börsegang des bereits jetzt größten Werts an der Wiener Börse geebnet. Bei der Hauptversammlung wurde wie erwartet der Antrag zur Umwandlung der ÖIAG- und Telecom Italia-Anteile an der TA von Namensaktien in Inhaberaktien abgesegnet. Die Telecom Italia (TI) und ÖIAG können damit ihre Anteile von 29,8 Prozent bzw. 47,8 Prozent an der TA in Schritten über die Börse veräußern.

ÖIAG und TI hatten vergangene Woche vereinbart, dass die TI bis zu 15 Prozent des Grundkapitals der TA in der zweiten Jahreshälfte 2002 über die Börse verkaufen kann. Ein zweiter Börsegang, so Unternehmenskreise, könnte damit bereits im kommenden Monat bevorstehen. Die ÖIAG darf zur weiteren Privatisierung im nächsten Jahr weitere 5 Prozent an die Börse bringen, danach darf die TI den Rest ihrer Anteile über die Börse verkaufen.

"Expertenaufsichtsrat"

Bereits vor der Umwandlung der Aktien hat die TA-HV am Mittwoch Veränderungen im Aufsichtsrat abgesegnet. Nach dem ersten ÖIAG-Vorstand und TA-AR-Vorsitzenden Peter Michaelis sitzt nun auch der zweite ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch statt Arbeiterkämmerer Günther Chaloupek im TA-Kontrollgremium. Michaelis bedauerte gegenüber Chaloupek bei der HV, diese Vorgehensweise wählen zu müssen. Man gehe aber zunehmend in Richtung "Expertenaufsichtsrat", so Michaelis.

Außerdem hat auch die Telecom Italia (TI) ihre Aufsichtsräte ausgetauscht. TI-Bereichsleiter Enzo Badalotti und Telecom Italia Mobile-Chef Marco de Benedetti scheiden aus. Stattdessen wurden Francesco Bruno, verantwortlich für wichtige internationale Projekte in der TI, und Giampaolo Zambeletti, Direktor der TI International Netherlands, in den Aufsichtsrat gewählt.

Gehälter der Aufsichtsräte heuer unverändert

Die Gehälter der Aufsichtsräte bleiben heuer unverändert. Der Aufsichtsratsvorsitzende bekommt demnach weiterhin 18.200 Euro. Der Aufsichtsratsvorsitzende-Stellvertreter bekommt 13.650 Euro, die sonstigen AR-Mitglieder bekommen 9.100 Euro. Das Sitzungsgeld wurde mit 220 Euro festgelegt.

Sowohl Vorstand und Aufsichtsrat der TA wurden für ihre Tätigkeit 2001 entlastet.

900 von 90.000 Aktionäre anwesend

Zur HV der Telekom angemeldet waren rund 900 der insgesamt 90.000 Aktionäre. Zur Veranstaltung in den Wiener Gasometern gekommen sind etwa 500. Bis zur ersten Abstimmung, die auf Grund einer vorangegangenen Unternehmenspräsentation und einer ausgiebigen Fragerunde erst viereinhalb Stunden nach Sitzungsbeginn stattfand, waren dann nur noch 127 Aktionäre anwesend, bei denen sich AR-Vorsitzender Michaelis auch extra fürs Ausharren bedankte.

Auf heftige Kritik stieß bei den Aktionären dieses Jahr die Reinlichkeit der Toilettenanlagen. TA-Vorstand Heinz Sundt will nun im nächsten Jahr vor der HV "Pilotsitzungen abhalten, um die notwendigen Überprüfungen durchzuführen".(APA)

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