Mehr als 1000 Kandidaten im zweiten Wahlgang

12. Juni 2002, 12:38
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Le Pens rechtsextreme "Nationale Front" in 37 Wahlkreisen präsent

Paris - Von den mehr als 8.400 Kandidaten, die bei der französischen Parlamentswahl angetreten sind, kommen nächsten Sonntag 1.045 in die zweite Runde. Insgesamt sind noch 519 der insgesamt 577 Abgeordnetenmandate in der Nationalversammlung zu vergeben. 24 Prozent der Kandidaten sind Frauen. Die Kandidaturen für die Stichwahl mussten spätestens bis Dienstag Mitternacht bei den Wahlbehörden hinterlegt werden. In neun von zehn Fällen (469 Wahlkreise) müssen sich die Wähler zwischen einem konservativen und einem Linkskandidaten entscheiden. Drei Kandidaten sind sich bereits des Sieges sicher, zumal sich der zweitplatzierte Konkurrent zu ihren Gunsten zurückgezogen hat.

Die Anzahl der "Dreierduelle" konnte auf zehn begrenzt werden. Dies ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass sich die konservative "Union pour la majorite presidentielle" (UMP) und die zentrumsbürgerliche UDF auf einen Einheitskandidaten geeint haben. Sonst hätte es nach dem Ergebnis des ersten Durchgangs bis zu 30 "Dreierduelle" geben können, etwa 20 davon mit zwei Rechtskandidaten. Nur in Clichy bei Paris treten bei der Stichwahl zwei Konservative gegeneinander an. Es handelt sich um den ehemaligen RPR-Politiker Patrick de Balkany und den UMP-Kandidaten Olivier Chazeaux. An dem "Dreierduell" beteiligt sich auch der Sozialist Gilles Catoire.

Bei den neun übrigen "Dreikämpfen" treten ein konservativer, ein linker und ein rechtsextremer Kandidat gegeneinander an. Die UMP hat bereits am Montag angekündigt, dass sie sich in keinem Fall zurückziehen werde. Dagegen hat sich im südfranzösischen Orange der sozialistische Kandidat zu Gunsten des UMP-Vertreters Thierry Mariani zurückgezogen, um einen Wahlsieg des Bürgermeisters von Orange, Jacques Bompard vom rechtsextremen "Front national" (FN), zu verhindern. Jean-Marie Le Pens Partei ist auch in weiteren 20 Wahlkreisen vertreten, in denen der FN-Kandidat gegen einen Konservativen antritt. In acht Wahlkreisen findet ein Duell zwischen der extremen Rechten und der Linken statt. Insgesamt ist die "Nationale Front" bei der Stichwahl demnach in 37 Wahlkreisen anwesend. Vor fünf Jahren waren es noch 132 gewesen.

In sieben Wahlkreisen treten in der zweiten Runde zwei Rechtskandidaten gegeneinander an. Die Linke dagegen erfährt im französischen Mutterland nur ein einziges "internes" Duell, und zwar im Departement Seine-Saint Denis bei Paris, wo der Kommunist Jean-Pierre Brard gegen die Sozialistin Mouna Viprey antritt. Im Überseedepartement Martinique treten ebenfalls zwei Linkskandidaten gegen einander an. (APA)

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