Allianz bekräftigt Gewinnprognose für 2002

12. Juni 2002, 15:19
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Kostensenkungsprogramm bei Dresdner Bank zeigt Wirkungen

München - Die Allianz hat ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr vor ihren Aktionären bekräftigt. Der Jahresüberschuss solle wie geplant von 1,6 Mrd. Euro auf gut drei Mrd. Euro steigen, sagte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Die Bruttobeitragseinnahmen sollen um vier Prozent auf rund 78 Mrd. Euro zunehmen. Bereits im ersten Quartal hatte der Versicherungskonzern trotz Belastungen durch die Dresdner Bank einen Gewinnsprung erzielt.

Die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen bei der Dresdner Bank AG werden sich nach Einschätzung des Finanzkonzerns Allianz AG, München, zum Jahresende deutlich bemerkbar machen. "Das Kostensenkungsprogramm der Dresdner Bank wirkt schon jetzt, wird aber erst im Abschluss 2002 klar sichtbar werden", sagte Vorstandsvorsitzender Henning Schulte-Noelle am Mittwoch in der Hauptversammlung in München. Im ersten Quartal sei der Verwaltungsaufwand bereits um zehn Prozent gesunken und die Risikovorsorge habe ebenfalls reduziert werden können. Die Allianz liege bei ihren Kostensenkungsmaßnahmen voll im Plan.

"Integrierter Finanzdienstleister"

Im ersten Quartal hatte die Dresdner Bank bekanntlich ohne Beteiligungsverkäufe zu den Konzernzahlen mit einem Verlust von 110 Mill. Euro beigetragen. Von dem angekündigten Abbau von insgesamt 7.800 Stellen seien laut Schulte-Noelle bereits 50 Prozent realisiert. Der Finanzkonzern will allein im Investment Banking jährlich etwa 500 Mill. Euro einsparen. Bis 2006 soll nach bisherigen Angaben eine jährliche Ertragssteigerung um mehr als eine Mrd. Euro erreicht werden.

Der Allianz-Vorstandsvorsitzende warb vor den Aktionären erneut für das Modell eines integrierten Finanzdienstleisters bzw. die Übernahme der Dresdner Bank. Der Konzern erziele nach seinen Worten mit diesem Modell bereits deutlich bessere Ergebnisse als mit den alten Kooperationsmodellen mit Dresdner Bank und HypoVereinsbank. Der Allfinanzkonzern nehme inzwischen mit einem Anteil von gut 20 Prozent im Markt für betriebliche und private Altersvorsorge eine führende Position ein. Mittlerweile seien laut Schulte-Noelle über 470.000 Riester-Verträge verkauft worden. Jüngste Umfragen würden zudem belegen, dass knapp 60 Prozent der Kunden das Modell positiv beurteilen würden.

Prognosen bekräftigt

Die Allianz bekräftigte zudem erneut die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Demnach werde weiterhin mit einem Jahresüberschuss von gut drei (1,6) Mrd. Euro gerechnet. Die Bruttobeitragseinnahmen sollen um gut vier Prozent auf 77,5 Mrd. Euro klettern, hieß es.

Der Chefvolkswirt der Allianz, Klaus Friedrich, wird sein Amt Ende August niederlegen. Der 64-Jährige werde nach mehr als zehn Jahren in dieser Position in den Ruhestand treten, teilte die Allianz AG am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München mit. Sein Nachfolger werde Michael Heise (45), der derzeit als Chefvolkswirt bei der DZ Bank in Frankfurt beschäftigt ist. (APA)

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