Schumacher droht Aberkennung des A1-Ring-Triumphs

15. Juni 2002, 12:36
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FIA überlegt Rennen in Spielberg nach der vorletzten Runde zu werten

Stuttgart - Michael Schumacher könnte seinen umstritten GP-Sieg von Spielberg nach einer Ferrari-Stallorder am grünen Tisch doch noch verlieren. Nach Informationen des Fachmagazins "auto motor und sport" könnte ein juristischer Kunstgriff des Weltrates des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) Rubens Barrichello nachträglich zum Sieger des Großen Preises von Österreich machen. Mehrere Vertreter des 23 Mitglieder zählenden Gremiums sind angeblich dafür, bei ihrer Sitzung am 26. Juni in Paris dieses Formel-1-Rennen nach dem Stand der vorletzten Runde zu werten.

Keine Stellungnahme Schumachers

Die Zeitschrift und ihr Online-Dienst auto.t-online.de berufen sich auf FIA-Kreise. FIA-Präsident Max Mosley selbst befürworte eine solche Entscheidung. Schumachers Pressesprecherin wollte zu diesen Spekulationen keine Stellungnahme abgeben. Der 59-malige Grand-Prix-Sieger bereitet sich bei Testfahrten auf sein Heimrennen am 23. Juni auf dem Nürburgring vor.

Umstrittene Teamorder

Barrichello hatte beim Großen Preis von Österreich am 12. Mai deutlich geführt, musste aber auf Anordnung seines Teams den zweitplatzierten Schumacher passieren und gewinnen lassen. Etwa 100 Meter vor dem Ziel ließ der Brasilianer seinen Teamkollegen vorbei. Teamorder ist nach den Formel-1-Regeln zulässig, allerdings sind deren Auslegung und Anwendung umstritten.

Regelverstoß

Schumachers geschenkter Sieg auf Grund des Ferrari-Befehls hatte weltweit für Empörung gesorgt. Wegen Wettbetrugs hatten verschiedene Wettbüros sogar juristische Schritte eingeleitet. Die FIA hatte am Montag nach dem Österreich-Grand-Prix entschieden, die Ferrari- Verantwortlichen, Schumacher und Barrichello wegen der Vorgänge in Spielberg vorzuladen. Dem viermaligen Weltmeister wird vorgeworfen, gegen die Regeln verstoßen zu haben, weil er seinen Teamkollegen bei der Siegerehrung und der anschließenden offiziellen FIA-Pressekonferenz jeweils in die Mitte gebeten hatte.

Konsequenzen

Der Weltrat hat am 26. Juni eine breite Urteilsmöglichkeit. Die Palette reicht von Freispruch über Geldstrafe bis hin zu Punkteabzug oder gar Disqualifikation. Sollte Schumacher tatsächlich auf den zweiten Platz zurückgestuft werden, würde er vier Punkte verlieren. Sein souveräner Vorsprung in der WM-Wertung würde nach dem jetzigen Stand von 43 auf 39 Zähler zu den beiden Williams-BMW- Piloten Juan Pablo Montoya (COL) und seinem Bruder Ralf sinken. (APA/dpa)

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