Burgenland: Tagesmütter sollen weiter aufgewertet werden

12. Juni 2002, 11:36
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Gesetzliche Verankerung sowie weitergehende Ausbildung gefordert

Eisenstadt - Die Situation der Tagesmütter im Burgenland soll verbessert werden. Das ist das Ergebnis einer Enquete, die Dienstagabend in Eisenstadt abgehalten worden ist. Auf Einladung von Familien-LR Verena Dunst (S) und Sozial-LR Peter Rezar (S) konnte sich das "Projekt Tagesmütter" erstmals seit seinem Bestehen öffentlich präsentieren. Rasch geprüft und umgesetzt werden soll eine weitergehende Ausbildung der Tagesmütter, um ihnen Übertrittsmöglichkeiten in andere soziale Berufe - Heimhelferin, Altenbetreuerin - zu eröffnen. Auch eine gesetzliche Verankerung der Tagesmütter ist geplant - entweder im Jugendwohlfahrtsgesetz oder durch ein eigenes Tageselterngesetz.

Schattendasein trotz hoher Wichtigkeit

Einig waren sich alle TeilnehmerInnen, dass die Tagesmütter wertvolle Arbeit leisten und die flexibelste Kinderbetreuungsform überhaupt sind, die auf die individuellen Bedürfnisse der Eltern am besten eingehen können. Nichtsdestotrotz führen sie ein Schattendasein und sie werden auch sehr schlecht bezahlt. Eine Tagesmutter verdient pro Betreuungsstunde nur 1,67 Euro, viel zu wenig für ein existenzsicherndes Einkommen.

Verbesserung seit 2002: Angestelltenverhältnis

Zuletzt hat es zumindest punktuell Verbesserungen gegeben. LR Dunst hat die Förderung für den Trägerverein um 65 Prozent von 65.400 Euro auf 101.000 Euro angehoben. Seit 1.1.2002 sind die Tagesmütter nicht mehr als Arbeiterinnen beschäftigt, sondern im Angestelltenverhältnis, was ihnen Vorteile beim Urlaubs-, Kündigungs- und Abfertigungsrecht bringt. Nun wird geprüft, ob eine weitergehende Ausbildung der Tagesmütter über Ziel-1-Mittel finanzierbar wäre.

Elisabeth Lutter, die Initiatorin des EU-Vorzeigeprojektes Cinderella, plädierte für eine Gleichbehandlung der Tagesmütter mit anderen Kinderbetreuungsformen, insbesondere den Kindergärtnerinnen. Suzanne Seeland von der Europäischen Kommission forderte außerdem einen regionalen Pakt für Kinderbetreuung.(APA)

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