Österreich: Ein "Bausparland"

12. Juni 2002, 14:11
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Im Vorjahr wurden fünf Millionen Ansparverträge und 902.000 Abschlüsse getätigt

Salzburg - Österreich ist nach wie vor ein "Bausparland". Mehr als fünf Millionen Österreicher haben einen Ansparvertrag, rund 500.000 Kunden haben ein Darlehen in Anspruch genommen. Alleine im vergangenen Jahr wurden 902.576 neue Bausparverträge mit einer Vertragssumme von mehr als 16,5 Mrd. Euro abgeschlossen. Das sind um 8,28 Prozent mehr Vertragsabschlüsse als im Jahr davor, wie aus dem jetzt veröffentlichen Tätigkeitsbericht der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Bausparkassen (AÖB) mit Sitz in Salzburg hervorgeht.

Mit über 16,7 Mrd. Euro wurde im Jahr 2001 ein Einlagenrekord bei den fünf österreichischen Bausparkassen erzielt. Der Zuwachs zum Jahr 2000 betrug 2,72 Prozent. Gleichzeitig erbrachten die Kassen im Vorjahr eine Finanzierungsleistung von über 2,6 Mrd. Euro, die direkt in die Wohnwirtschaft flossen. Es ist das das dritthöchste Ergebnis seit Bestehen der Bausparkassen. Damit waren die Bausparkassen ein wichtiger Impulsgeber für die heimische Bauwirtschaft.

Rekordmarke fixiert

Bei den Ausleihungen wurde 2001 eine Rekordmarke erzielt. Für die Schaffung, Erhaltung und Verbesserung von Wohnraum hafteten zum Jahresende 2001 bei den österreichischen Bausparkassen rund 14,34 Mrd. Euro an vergebenen Darlehen aus. Das ist ein Zuwachs gegenüber dem Jahr davor von 6,42 Prozent. Getragen wird dieses Wachstum vor allem durch den Anstieg des Zwischendarlehensbestandes von 4,11 auf 4,9 Mrd. Euro.

Ermittelt haben die Bausparkassen auch, wofür die Österreicherinnen und Österreicher das Bausparguthaben nach Ablauf des sechsjährigen Vertrages verwenden. 41 Prozent verwenden das Geld für Bau- oder Wohnvorhaben, 32 Prozent veranlagen es erneut, 16 Prozent befriedigen damit persönliche Bedürfnisse und 11 Prozent sparen das Geld teilweise und geben einen Teil aus.

Positive Erwartungshaltung

Von jenen 41 Prozent, die das Ersparte in Bau- oder Wohnvorhaben stecken, setzen 37 Prozent das Geld in Sanierungsmaßnahmen ein. 29 Prozent leisten sich eine neue Einrichtung, 15 Prozent investieren in einen Um- oder Zubau und 12 Prozent verwenden es für den "normalen" Hausbau.

"Die Bausparkassen blicken sehr optimistisch in die Zukunft und erwarten heuer eine ähnliche hohe Finanzierungsleistung wie 2001 - also zwischen 2,5 und 3 Mrd. Euro, die neben dem Wohnungsneubau verstärkt auch für die Althaus-Sanierung, Modernisierung und Revitalisierung von bestehendem Wohnraum eingesetzt wird", betonte der Vorsitzende der AÖB, Wüstenrot-Generaldirektor Wolfgang Radlegger. Der AÖB gehören die Allgemeine Bausparkasse (ABV), die Bausparkasse der österreichischen Sparkassen (S-Bausparkasse), die Bausparkasse Wüstenrot, die Landesbausparkasse (LBA) und die Raiffeisen Bausparkasse an. Mit Vorliegen des Tätigkeitsberichtes 2001 übernimmt jetzt die Raiffeisen Bausparkasse den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft. (APA)

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