Fiat dementiert Verkaufsabsichten an General Motors

12. Juni 2002, 10:36
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"Ziel: Unternehmen in Gewinnzone bringen"

Turin - Der Präsident der italienischen Autogruppe Fiat, Paolo Fresco, hat Gerüchte dementiert, wonach die Hauptaktionäre den Konzern an den amerikanischen Partner General Motors (GM) verkaufen wollen, der bereits eine 20-prozentige Beteiligung an der Autosparte hält. "Es kursierend viele phantasiereiche Gerüchte. Unser Ziel ist, das Unternehmen in die Gewinnzone zu bringen und von besseren Marktbedingungen zu profitieren, sobald sie sich bieten", sagte Fresco im Interview mit der Turiner Tagezeitung "La Stampa".

Fresco zeigte sich zuversichtlich, dass Fiat die schwere Krise bewältigen werde, die zum Abbau von rund 3.000 Arbeitsplätzen führen wird. "Fiat ist stark, das Unternehmen wird sich erholen. Krisen sind große Erneuerungsgelegenheiten und dies ist die richtige Phase, um unsere Arbeitsweise zu ändern. In der Vergangenheit ist alles stark zentralisiert worden. Nun müssen wir uns als ganzes Team behaupten, die Verantwortungen besser verteilen und die Autonomie der Leiter der einzelnen Sektoren stärken. Für unsere Mitarbeiter beginnt eine neue Phase", sagte Fresco.

Geschäftsführer gesucht

In Italien wird inzwischen über den Nachfolger des Geschäftsführers Paolo Cantarella spekuliert, der am Montag seine Demission eingereicht hatte. Als möglicher Nachfolger Cantarellas sind einige der prestigereichsten Top Manager Italiens im Gespräch, wie der Ex-Präsident des Stromkonzerns Enel, Franco Tato, oder die "Nummer zwei" der Telecom Italia, Enrico Bondi, doch laut gut informierten Kreisen bevorzugt der Fiat-Patriarch und Ehrenpräsident des Unternehmens Giovanni Agnelli, Hauptaktionär des Turiner Konzerns, eine interne Lösung mit dem Geschäftsführer der Fiat-Finanzholding Ifil, Gabriele Galateri Di Genola.

Fresco, der die Funktionen des zurückgetretenen Geschäftsführers interimistisch übernommen hat, wollte zum Nachfolger Cantarellas nichts sagen. "Wenn wir bereits den Namen eines Nachfolgers parat hätten, dann hätte ich nicht auch die Funktion des Geschäftsführers übernommen", sagte Fresco. Laut Turiner Kreisen will Agnelli so rasch wie möglich den neuen Geschäftsführer ernennen, so Fresco. Bereits in der nächsten Woche sei mit einem Nachfolger Cantarellas zu rechnen. (APA)

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