Union und FDP ohne Mehrheit

12. Juni 2002, 10:09
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Deutsche Sozialdemokraten steigen wieder auf 36 Prozent - Schröders Vorsprung vor Stoiber gefestigt

Hamburg - CDU/CSU und FDP haben in Deutschland nach dem Resultat einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage erstmals seit März keine Mehrheit mehr. Nach der Befragung des Berliner Forsa-Instituts für die Illustrierte "stern" lagen Unionsparteien und Freie Demokraten zusammen bei 48 Prozent und damit gleichauf mit SPD, Grünen und PDS. Während die CDU weiter an Zuspruch verlor, verbesserte sich die SPD mittlerweile wieder auf 36 Prozent.

Im Einzelnen fielen CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte auf 38 Prozent, die FDP erholte sich dagegen leicht um einen Prozentpunkt auf jetzt zehn Prozent. "Die SPD hingegen verlässt unaufhörlich das Tal der Tränen: In der fünften Woche hintereinander konnte sie einen Prozentpunkt dazu gewinnen", heißt es in der "stern"-Mitteilung. Mit 36 Prozent liegt die Partei von Bundeskanzler Gerhard Schröder laut Umfrage jetzt nur noch um zwei Punkte hinter der Union von Herausforderer Edmund Stoiber (CSU). Seit Wochen unverändert auf jeweils sechs Prozent kommen die Grünen und die PDS.

Weiter gestiegen ist der Befragung unter 3.005 deutschen Bundesbürgern auch das Ansehen von Bundeskanzler Schröder. Auf die Frage "Wen würden Sie direkt zum Kanzler wählen?" entschieden sich 44 Prozent für den SPD-Chef, das waren zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Der Unionskandidat und CSU-Chef Stoiber liegt unverändert bei 28 Prozent und damit 16 Prozentpunkte hinter Schröder. FDP-Chef Guido Westerwelle würden zehn Prozent der Befragten als Kanzler sehen wollen.

Schlechte Noten gab es bei der Umfrage auch für Westerwelles Stellvertreter Jürgen Möllemann: 74 Prozent wollen nicht, dass der FDP-Vizechef in der Bundespolitik eine größere Rolle spielt, dafür sprachen sich nur 15 Prozent aus. Selbst in der eigenen Partei erhält Möllemann nach dem Antisemitismus-Streit der letzten Wochen wenig Zuspruch: Nur 28 Prozent der FDP-Anhänger wünschen, dass der einstige Vizekanzler unter Helmut Kohl (CDU) in der deutschen Bundespolitik eine größere Rolle spielen sollte, 65 Prozent der Sympathisanten seiner Partei sind dagegen. (APA/AP)

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