Elf Tote bei Überfall von Islamisten auf Bus in Algerien

12. Juni 2002, 07:38
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Bei Angriff mit Maschinengewehren südlich von Algier zehn Verletzte - Extremisten kündigen Fortsetzung der Gewalt an

Algier - Bei einem bewaffneten Überfall auf einen Autobus in Algerien sind nach Angaben von Augenzeugen elf Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Eine Gruppe von Islamisten habe das Fahrzeug in der Stadt Medea, 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier, am Dienstagabend mit Maschinengewehren angegriffen, sagten Bewohner des Dorfs. Die Angreifer stammten demnach aus Takbou, einem Stadtviertel Medeas.

In der Region ist die Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA) aktiv. Sie kämpft für die Errichtung eines islamischen Staates in Algerien und lehnt die Versöhnungspolitik von Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika ab. Seit Beginn des Jahres starben mehr als 640 Menschen, 150 von ihnen Sicherheitskräfte. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 1992 wurden nach amtlichen Angaben mehr als 100.000, nach Schätzungen unabhängiger Organisationen sogar mehr als 150.000 Menschen getötet.

Erst am Sonntagabend waren zwei Reisende bei Larbaa (20 Kilometer südlich von Algier) von bewaffneten Männern getötet worden, die einen Lastwagen und ein Taxi angegriffen hatten. Auch Larbaa liegt im Einflussgebiet der GIA.

Der neue Chef der Gruppe, Rachid Abou Tourab, der dem am 8. Februar von algerischen Sicherheitskräften getöteten GIA-Anführer Antar Zouabri nachgefolgt ist, hat eine Fortsetzung des radikalen und gewaltsamen Kampfes bis zur Errichtung eines islamischen Staates in Algerien angekündigt: "Kein Waffenstillstand, kein Dialog, keine Versöhnung, keine Sicherheit, sondern Blut, Blut, Zerstörung, Zerstörung", so Tourab in einem Flugblatt. (APA)

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