Palästinensisches Kind in Gaza getötet

11. Juni 2002, 22:09
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Autonomiebehörde verlangt Freilassung von PFLP-Vizechef

Gaza/Ramallah - Durch Schüsse von israelischer Seite ist nach palästinensischen Angaben ein Kind im Süden der autonomen Stadt Gaza getötet worden. Der achtjährige Palästinenser sei in der Nähe seines Hauses unweit der jüdischen Siedlung Nezarim in der Brust getroffen worden, teilten die Sicherheitskräfte am Dienstag mit. Zwei weitere Buben im Alter von 13 und 14 Jahren wurden den Angaben zufolge verletzt. Über die Hintergründe der Schießerei wurde zunächst nichts bekannt.

Die palästinensische Autonomiebehörde protestierte am Abend gegen die Festnahme des Vizechefs der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). "Wir fordern Israel zur unverzüglichen Freilassung von Abdul Rahim Malluh auf", erklärte Informationsminister Yasser Abed Rabbo. Israelische Soldaten hatten Malluh, der auch Mitglied des PLO-Exekutivkomitees ist, Augenzeugen zufolge in seinem Haus in Ramallah festgenommen.

Die israelische Armee, die am Montag wieder in der Autonomiestadt einmarschiert war, bestätigte die Festnahme von Malluh und zwei weiteren Männern. PFLP-Führer Ahmed Saadat, den Israel für die Ermordung von Tourismusminister Rehavam Zeevi im vergangenen Jahr verantwortlich macht, steht in einem Gefängnis in Jericho unter internationaler Bewachung. (APA)

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