Anton Wildgans-Preis an Vladimir Vertlib

11. Juni 2002, 20:50
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Österreichische Industrie als Stifter

Wien - Der in Österreich lebende gebürtige Russe Vladimir Vertlib erhält am 20. Juni um 17 Uhr im Haus der Industrie in Wien den von der österreichischen Industrie gestifteten Anton-Wildgans-Preis verliehen, teilte der Wiener Deuticke Verlag in einer Aussendung mit.

Vladimir Vertlib wurde 1966 in St. Petersburg geboren und emigrierte 1971 mit seiner Familie nach Israel. Später übersiedelte er nach Österreich, dann zurück nach Israel, in die USA und schließlich, 1981, wieder nach Österreich. Nach einem Studium der Volkswirtschaftslehre in Wien arbeitete er zunächst bei einer Versicherung und einer Bank, ehe er sich ganz der Literatur widmete. Vertlib lebt heute als freier Schriftsteller, Übersetzer und Sozialwissenschafter in Salzburg.

Vertlibs schriftstellerische Arbeit kreist häufig um das Thema Exil und ist meist autobiografisch geprägt. Im Otto Müller Verlag erschien 1995 seine Erzählung "Abschiebung". 1999 folgte die jüdische Familiensaga "Zwischenstationen" bei Deuticke. Im gleichen Verlag erschien im Vorjahr die Emigrantengeschichte "Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur". Vertlib erhielt bisher u.a. den Förderungspreis für Literatur (1999) und den Förderpreis zum Adalbert-von-Chamisso-Preis (2001).

Der mit 7.500 Euro dotierte Wildgans-Preis wird seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Zu den Preisträgern zählen namhafte Autoren wie Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl und Christoph Ransmayr. Im Vorjahr wurde Elisabeth Reichart mit dem Preis ausgezeichnet. (APA)

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