Temelín: Mängelliste geht an Justiz

11. Juni 2002, 20:39
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Pühringer hört auf

Linz/Budweis - Mit einer neuen Mängelliste, die an die Justiz in Tschechien übergeben werden soll, hoffen Atomgegner, doch noch etwas gegen den Betrieb des umstrittenen AKW Temelín unternehmen zu können. Die am Dienstagmittag in Budweis dargestellten Mängel betreffen den nicht nuklearen Bereich.

1996 bis 1998 führte ein tschechisches Unternehmen dort die Installation wichtiger Rohrleitungen durch. Die Arbeiten waren 1998 zwar weitgehend abgeschlossen, es fehlten aber noch Tests und Kontrollen; das Unternehmen habe das laut den Antiatomaktivisten bestätigt. Dann sei die Firma abgezogen worden.

"Die Tests und Kontrollen wurden in der Folge offensichtlich von Leuten oder Firmen durchgeführt, die weder Kenntnisse noch die Unterlagen von dem Leitungsbau hatten", sagte Radko Pavlovec, der Atombeauftragte des Landes Oberösterreich.

In Linz gab Josef Pühringer seinen Rückzug als Geschäftsführer des Vereins "Plattform gegen Atomgefahr" bekannt. Aber nicht, weil "beide Blöcke in Betrieb sind", sondern weil seine Karenz ausläuft. Ab Herbst kehrt er als Direktor an die Volksschule Neufelden zurück. Ehrenamtlich werde er weiterkämpfen. Auch wenn "die Zeit des Aktionismus auf der Straße vorbei" sei, auf die Politiker müsse Druck gemacht werden. (ker, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2002)

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