Reform der Nachtarbeit - Frauen dürfen künftig "durcharbeiten"

11. Juni 2002, 19:23
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Wien - Jetzt ist es offiziell: Das generelle Verbot der Frauennachtarbeit fällt. Die Regierung hat sich in Anpassung an EU-Recht auf ein neues Nachtarbeitsgesetz verständigt. Nacharbeiter oder Nachtarbeiterin ist, wer regelmäßig oder in mindestens 48 Nächten im Jahr zumindest drei Stunden zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr arbeitet. Neu ist ein verstärkter Anspruch auf Gesundenuntersuchungen sowie ein Anspruch auf einen Tagesarbeitsplatz wegen Betreuungspflichten für Kinder bis zwölf - soweit dies betrieblich möglich ist.

Kritik kommt vom ÖGB: In der Regierungsvorlage seien keine Zeitguthaben zum Ausgleich der besonderen Belastungen bei der Nachtarbeit vorgesehen. Der Anspruch auf einen Tagesarbeitsplatz sei außerdem von den betrieblichen Möglichkeiten abhängig und nur bei Gesundheitsproblemen oder unbedingt nötigen Betreuungspflichten vorgesehen. (miba/DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2002)

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