Matrose in Seenot schwamm sieben Stunden in der Meerenge von Gibraltar

11. Juni 2002, 21:31
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"Jetzt ist mir klar, wie es den illegalen Einwanderern dort geht"

Cadiz - Mit einem rekordverdächtigen Marathonschwimmen hat sich ein über Bord gegangener Matrose der spanischen Marine das Leben gerettet. Der 19-jährige Patricio Lara Ayllon berichtete am Dienstag im Marinekrankenhaus von Cadiz, auf dem Weg zum rettenden Strand habe er mehr als sieben Stunden in der Meerenge von Gibraltar zurückgelegt.

Am Sonntagabend war der in der Kombüse der "Mar Caribe" beschäftigte Matrose beim Leeren eines Mülleimers über Bord gegangen. Er orientierte sich daraufhin an den Lichtern der vier Seemeilen entfernten Hafenstadt Tarifa, die er erst am Morgen darauf erreichte.

Beeindruckende Leistung des Matrosen

"Jetzt ist mir klar, wie es den illegalen Einwanderern dort geht", sagte Lara Ayllon. In der Meerenge von Gibraltar sterben regelmäßig Flüchtlinge aus Nordafrika bei dem Versuch, nach Spanien zu kommen.

Der Krankenhausdirektor zeigte sich beeindruckt von der Kondition des 19-Jährigen. Die geistige und körperliche Leistung sei "überraschend und ungewöhnlich." Der Matrose gab an, er habe seine Geschwindigkeit nur zur Entspannung bei Muskelkrämpfen reduziert. (APA)

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