Korea zwischen Bedauern und Erleichterung

11. Juni 2002, 18:24
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Chance aufs Achtelfinale lebt nach dem 1:1 gegen USA

Seoul - Mit Bedauern und Erleichterung zugleich hat Südkorea auf das 1:1 der eigenen Nationalmannschaft gegen das US-Team bei der Fußball-WM reagiert. "Das Unentschieden ist bedauerlich. Doch mit dem Ausgleichstor von Ahn bleibt uns die Hoffnung auf das Erreichen der nächsten Runde", schrieb die auflagenstärkste Zeitung "Chosun Ilbo" am Dienstag.

"Das Tor von Ahn hat uns gerettet. Ungeachtet des Unentschiedens war es ein schönes Tor, durch das wir die erste Runde überstehen können", hieß es in der Zeitung "Hankyoreh". Vor allem trauerten die koreanischen Medien noch einen Tag nach der Begegnung den guten Chancen der eigenen Spieler nach. Auf leichte Kritik stieß die Entscheidung von Nationaltrainer Guus Hiddink, mit Eul-Yong Lee einen relativ unerfahrenen Spieler den Foulelfer (40. Minute) schießen zu lassen. Lee scheiterte am starken US-Torwart Brad Friedel.

Koreas Experten beklagen Erwartungsdruck

Nach Ansicht koreanischer Experten wirkte sich insbesondere der große Druck, unter dem das Nationalteam stand, negativ auf das eigene Spiel aus. "Unsere Spieler waren zu angespannt. Beim Spiel hat man gleich gemerkt, dass sie nicht wie bei der vorigen Partie (gegen Polen) spielten. Die USA dagegen waren locker", sagte der frühere südkoreanische Ausnahmestürmer und DFB-Bundesligaspieler Bum-Kun Cha.

Die Koreaner sehen im dritten und entscheidenden Vorrundenspiel gegen Portugal am Freitag eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe auf sich zukommen. "Die Aussichten für das Weiterkommen in die nächste Runde sind gar nicht so schlecht", schrieb "Joongang Ilbo" und befand gleichzeitig, dass "unser Team sein Ziel bereits erreicht hat, nämlich den ersten WM-Sieg zu erringen". "Portugal ist ein starkes Team; aber keine Angst: Wenn wir so spielen wie bisher, können wir die nächste Runde schaffen", meinte Kim Ho, Trainer des koreanischen Teams bei der WM 1994 in den USA.

Mit einem Seitenblick auf den WM-Mitausrichter Japan hieß es in "Dong-A Ilbo": "Die japanische Mannschaft hat bessere Chancen weiterzukommen, da sie ein vergleichsweise einfacheres Spiel gegen Tunesien hat."(APA)

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