Linzer Kinder leiden besonders

11. Juni 2002, 20:30
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Erster Gesundheitsbericht: Kopfweh und Bronchitis auffällig oft

Linz - Eigentlich fühlen sich die Linzer pudelwohl, tatsächlich geht es aber den Kindern und Jugendlichen, die in Linz leben, schlechter als den übrigen in Oberösterreich. So zumindest das Ergebnis des ersten Linzer Gesundheitsberichtes, der Dienstag von der zuständigen Stadträtin Christina Dolezal (SP) präsentiert wurde.

Zwei Drittel der Linzer beurteilen subjektiv ihren Gesundheitszustand als sehr gut. Je höher die Schulbildung und das Einkommen und je mehr Sport betrieben wird, umso gesünder fühlen sich laut Bericht die Linzer. Auffällig häufig erkranken jedoch die unter 14-Jährigen an den Atemwegen. So kommen in Linz auf 100.000 Einwohner rund 450 Kinder im Jahr, die wegen chronischer Bronchitis ins Krankenhaus müssen. In Oberösterreich sind es 250.

Erklärungen für die Häufung dieser Erkrankung in der Industriestadt hat Dolezal derzeit noch nicht. Diese sollen zwei Studien zum einen über "Lungenfunktionen" und zum anderen über "Feinstaubproblematik in Zusammenhang mit Immission durch Dieselmotoren" liefern (beide Uni Wien).

Außerdem klagen Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren wesentlich häufiger über Kofweh und Schwäche als Erwachsene. Zwei Fünftel von ihnen gaben Kopfweh und Müdigkeit als Beschwerde an. Bei den über 50-Jährigen war es hingegen nur ein Fünftel. Ob erhöhter Leistungsdruck in der Schule zu den individuellen Beeinträchtigungen der Teeanger führe, will die Gesundheitsstadträtin nicht ausschließen.

Generell nahmen die Krankenstandsfälle in der oberösterreichischen Landeshauptstadt bei den Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich zu. Waren es 1998 bei den unter 20-Jährigen noch 4300 Fälle, verdoppelte sich die Zahl im Jahr 2000.

Überdurchschnittlich hoch liegt in Linz auch die Rate der Säuglingssterblichkeit. Pro 1000 Geburten sterben laut Statistik 6,3 Babys, der Anteil oberösterreichweit beträgt 5,3 Prozent. "Wir nehmen an, dass die höhere Säuglingssterblichkeit in städtischen Regionen mit der erhöhten Frühgeburtenrate zusammenhängt", mutmaßt Dolezal. Allerdings wolle sie auch hier noch "eingehendere Untersuchungen" veranlassen. (ker/ DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2002)

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