Hektik vor Schönbrunner Torschluss

11. Juni 2002, 20:30
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Evita, Nabucco und Elton John ohne Mietvertrag: Sachverhaltsdarstellung in Vorbereitung

Wien - Ein Wettlauf mit der Zeit - oder mit der Bank - oder mit wem auch immer: Am Dienstagnachmittag war immer noch nicht klar, ob nun die Vorbereitungen für die Großevents Evita, Nabucco oder Elton John im Ehrenhof von Schönbrunn weitergehen können oder nicht. Die drei Großveranstaltungen für insgesamt knapp 40.000 Besucher sind für den 22., 23. und 25. Juni angekündigt.

Bei der Schönbrunner Schlossgesellschaft kam Dienstagnachmittag ein Fax an, in dem die Promoters Group Austria Holding (PGA) erklärte, nun alle drei Events zu übernehmen. Gleichzeitig wurde die von Schönbrunn geforderte Bankgarantie in Aussicht gestellt - aber jene werde ein Dritter übernehmen. Auch eine erste Teil-Akontozahlung kam - allerdings von einem Vierten. Schönbrunn-Geschäftsführer Franz Sattlecker blieb jedenfalls vorsichtig: "Wir arbeiten sicherheitshalber an einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien - denn derzeit werden Karten für eine Veranstaltung verkauft, die mit uns nicht vertraglich abgesichert ist."

Wie DER STANDARD exklusiv berichtete, hatte es der ursprüngliche Veranstalter Promoters Group Veranstaltungs GmbH entgegen dem Vertrag bis Montag nicht geschafft, eine Bankgarantie zu erbringen. Auch die vereinbarte Akontozahlung von 50 Prozent der Miete war nicht eingelangt. Und beides hätte bereits bis 22. Mai in Schönbrunn eintreffen sollen.

Am Dienstag, also am 11. Juni, erklärte Wolfgang Klinger, der für Promoters Group die Verträge mit Schönbrunn unterschrieben hatte, im STANDARD-Gespräch: "Ich gehe davon aus, dass die Konzerte stattfinden - zu 99,9 Prozent. Soviel ich weiß, stehen wir kurz vor der Lösung all dieser Probleme." Klinger auf die Frage, welche Probleme er meine: "Da weiß ich zu wenig Details." Er sei für Nabucco und Evita nicht mehr "operativ zuständig", und "nur ein kleiner Angestellter in der Promotors Group". Aber soviel er wisse, sei man auch in Sachen Nabucco und Evita "sehr nahe an einer Lösung".

Noch am Vortag hatte Richard Hörmann, Chef von Libro-Entertainment und der Promoters Group Austria Holding gegenüber dem STANDARD erklärt: "Der Veranstalter ist Wolfgang Klinger, ich habe den Vertrag nicht unterschrieben."

Am Dienstag dann Wolfgang Klinger auf die Frage, ob die festgelegte Akontozahlung bei der Schönbrunn-Gesellschaft eintreffen werde: "Da müssen Sie die Bank fragen." (DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2002)

Von
Roman Freihsl

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