Die Ziele des Terrors

11. Juni 2002, 20:14
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Experten: Auch kleine Flughäfen betroffen

Salzburg/Wien - "Ich war außerordentlich beeindruckt." Gunnar J. Kuepper einer der profiliertesten US-amerikanischen Krisenmanagementexperten hat für die Sicherheitsstandards auf österreichischen Flughäfen viel Lob. Gleichzeitig warnt Kuepper, der diese Woche an einem Seminar zum Katastrophenmanagement in Salzburg teilnimmt, davor, sich bei Maßnahmen zur Terrorabwehr allein auf große Flughäfen zu beschränken. Viele internationale Airports wären "Bunker" geworden und für potenzielle Terroristen "harte Ziele". Daher drohe auch "weicheren Zielen" wie kleinen Bundesländerflughäfen Gefahr. Die vom Terror gewünschte Medienpräsenz wäre nämlich auch hier vorhanden. Auch Großveranstaltungen mit enormer medialer Aufmerksamkeit - beispielsweise Olympische Spiele, für die sich Salzburg als Austragungsort bewirbt - brächten höhere Gefährdung mit sich.

Das Lob von Kuepper, der für eine private Krisenmanagementfirma in Los Angeles arbeitet, deckt sich mit der Einschätzung des Dachverbandes der Europäischen Zivilluftfahrtbehörden. Dieser habe der Sicherheit am Flughafen Wien-Schwechat die Note 1,17 gegeben, so Flughafensprecher Hans Mayer. Derzeit wird der Sicherheitsdienst von der Flughafen-Tochter Vienna International Airport Security (VIAS) abgewickelt.

FP-Kostenkritik

Die jährlichen Kosten dafür werden auf knapp zehn Mio. EURO geschätzt. Kritik an den Kosten der VIAS wurde zuletzt von FP-Nationalrat Eduard Mainoni - im Zivilberuf beim Konkurrenzunternehmen Österreichischer Wachdienst (ÖWD) - geübt. Gerüchte, wonach der ÖWD den Sicherheitsdienst in Schwechat übernehmen soll, weist die Firmenleitung aber zurück. Auch Flughafensprecher Mayer weiß von keiner Ausschreibung. (neu/DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2002)

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