"Neue" Anastasia erhebt Ansprüche auf Zarenvermögen

11. Juni 2002, 21:34
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100-Jährige kämpft in Moskau um Anerkennung als Romanowa

Moskau - Eine 100-jährige Georgierin, die sich als die russische Zarentochter Anastasia ausgibt, hat Ansprüche auf das Millionen-Vermögen der Romanow-Dynastie angemeldet: Natalja Petrowna Bilichodse will die berühmte Tochter von Zar Nicholas II. sein, die nach Angaben von Experten im Juni 1918 zusammen mit der Zarenfamilie ermordet worden war.

Untersuchungen hätten ergeben, dass Natalja Bilichodse und Anastasia identische Gesichtzüge haben, sagte der Leiter der "Prinzessin Anastasia Romanowa Wohltätigkeitsstiftung", Juri Dergausow, am Dienstag. Dies sei nur in "einem von 700 Milliarden Fällen möglich".

Zweifel

Bilichodse solle auf Kosten der Stiftung nach Moskau reisen, um ihre Ansprüche geltend zu machen, fügte Dergausow hinzu. Rund zwei Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) sollen 17 Mitglieder der Romanow-Familie bei ausländischen Banken gehortet haben. Während zahlreichen Banken die vorgelegten Beweise ausreichten, legten sich die russischen Behörden weiterhin quer, sagte Derausow. Er hoffe nun, dass Bilichodse "als Mitglied der Romanow-Dynastie" anerkannt werde. Russland stehe rund die Hälfte des Milliardenvermögens zu.

Ein Vertreter der russischen Staatsanwaltschaft äußerte allerdings Zweifel: DNS-Tests würden belegen, dass Anastasia zusammen mit ihrem Bruder und drei Schwestern erschossen worden sei. Dennoch hält sich in der Bevölkerung hartnäckig das Gerücht, eines der Kinder habe überlebt. In der Vergangenheit haben sich schon mehrere Frauen - erfolglos - als Anastasia ausgegeben. (APA)

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