2. Etappe: Schmerzhafter Sprint

13. Juni 2002, 16:40
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Erneut endete eine Etappe in einer engen Gasse, der Sprint wurde zum Hasardspiel. Der Slowene Mervar gewann, Cancellara behält Gelb

Schwaz/Tirol - Der Salzburger Gerrit Glomser sorgt in der Anfangsphase der Bank-Austria-Tour für die besten Platzierungen der Österreicher. Der 27-jährige Saeco-Profi belegte am Dienstag auf dem zweiten Teilstück von Reutte nach Schwaz (182 km) wie im Auftakt-Zeitfahren Rang drei und behielt damit auch Rang drei in der weiter vom Schweizer Fabian Cancellara angeführten Gesamtwertung. Sieger im Massensprint auf der von vielen Fahrern kritisierten engen Zieleinfahrt wurde der Slowene Bostjan Mervar.

"Kasperltheater"

"Heute hat nicht der schnellste, sondern der respektloseste Fahrer gewonnen", meinte Glomser, der eigentlich gar nicht sprinten wollte. "Bei der ersten Zieldurchfahrt habe ich gesehen, dass es sehr gefährlich ist, aber dann habe ich meine gute Position ausgenützt." Bernhard Eisel ärgerte sich: "Auf so einer Straße kann man nicht sprinten, das ist ein Kasperltheater."

Auch Peter Luttenberger, dessen Stimme mehr Gewicht hat, kritisierte den Zieleinlauf mit einer "Schikane" bei der 200-m-Marke. "Wenn die Tour größer wird, dann sollte man den Zieleinlauf nicht mehr in kleinen Gassen machen." Leidtragender war der Italiener Antonio Salomone. Er brach sich beim fast unvermeidlichen Sturz Schlüsselbein und Schulterblatt.

Tour-Direktor Slavik rechtfertigte sich: "Wir hatten hier keine andere Möglichkeit, denn die Bundesstraße können wir nicht so lange absperren", erklärte er. "Aber die Fahrer hatten ja bei der ersten Zieldurchfahrt die Möglichkeit, sich die Strecke anzusehen."

Luttenberger ist als Gesamt-Neunter weiter der bestplatzierte Bergspezialist. Am Mittwoch wartet die Fahrt über Gerlos, Felbertauern hinauf nach Außervillgraten. "Beim letzten Anstieg kann sich schon die Spreu vom Weizen trennen", meinte Luttenberger. Er selbst will nur dann die Initiative ergreifen, wenn seine Rivalen Schwäche zeigen, ansonsten aber Kraft sparen. (APA/red)

  • 2. Etappe (Reutte-Schwaz/182 km):

    1. Bostjan Mervar (SLO/Perutnina) 4:22:15 Stunden - 2. Daniele Bennati (ITA/Acqua&Sapone) - 3. Gerrit Glomser (AUT/Saeco) - 4. Simone Cadamuro (ITA) - 5. Gert Vanderaerden (BEL) - 6. Mariusz Kaminski (POL) - 7. Peter Pichler (AUT/Nationalteam) - 8. Roland Wafler (AUT/Elk Schrems) - 9. Petr Herman (CZE/Bikedrive Linz) - 10. Federico Giabbecucci (ITA) ... 12. Christoph Kerschbaum (AUT/Nationalteam) - 13. Bernhard Kohl (AUT/Elk) - 16. Werner Faltheiner (AUT/Nationalteam) - 18. Peter Luttenberger (AUT/Nationalteam) - 21. Bernhard Eisel (AUT/Mapei-Nachwuchs) - 25. Fabian Cancellara (SUI), alle gleiche Zeit

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