Frankreichs Grüne wollen nicht in linker Einheitspartei aufgehen

11. Juni 2002, 13:58
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Mamere: Wichtige Aufgabe beim Neuaufbau einer pluralistischen Linken

Paris - Nach der Wahlschlappe der Linken gegen die Rechtsbürgerlichen von Präsident Jacques Chirac haben Frankreichs Grüne ("Les Verts") der Idee einer linken "Einheitspartei" widersprochen. Seine Partei passe nicht in eine solche Sammelpartei, sagte der frühere grüne Präsidentschaftskandidat, Noel Mamere, der Pariser Tageszeitung "Le Monde" (Mittwoch-Ausgabe). Die Grünen hätten indes eine wichtige Rolle beim Neuaufbau einer pluralistischen Linken zu spielen, betonte Mamere. Sie müssten "auf der Linken sein, aber dabei ihre Identität bewahren".

Chirac hatte aus seiner neogaullistischen RPR, der rechtsliberalen "Democratie liberale" (DL) und zahlreichen Politikern aus den reihen der Zentrumsunion UDF die Sammlungsbewegung "Union für die Präsidentenmehrheit" (UMP) geschmiedet. Die fast im ganzen Land angetretene UMP gewann die erste Parlamentswahlrunde vergangenen Sonntag und dürfte den Prognosen zufolge bei der zweiten Runde am kommenden Sonntag die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erringen.

Mamere, ein ehemaliger Fernsehjournalist, hatte im ersten Durchgang der Präsidentenwahl Ende April etwas mehr als 5 Prozent der Stimmen bekommen. Die Parteichefin der Grünen, Ex-Umweltministerin Dominique Voynet, hat nur geringe Chancen, in ihrem ostfranzösischen Wahlkreis kommenden Sonntag ihr Abgeordnetenmandat verteidigen zu können. (APA)

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    Noel Mamere auf einer Wahlveranstaltung der Grünen

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