Sklavenzug gegen Unigesetz und Studiengebühren

11. Juni 2002, 13:03
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Proteste der Studierenden gegen die Unipolitik der Regierung in Wien und Salzburg

Wien - Mit einem "Sklavenzug" vom Ballhausplatz zur Universität Wien sowie einem "Sklavenmarkt" vor der Hauptuni haben am Dienstag Studenten gegen das geplante neue Universitätsgesetz (UG) und die Studiengebühren protestiert. Der Andrang hielt sich dabei in Grenzen: Rund 40 als Sklaven bzw. Sklaventreiber verkleidete Studenten nahmen den Marsch in Angriff. Auch in anderen Uni-Städten gab es kleinere Protestaktionen.

Mit dem symbolischen Sklavenzug wollte die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) "drastisch vor Augen führen, wie Bildungsministerin Elisabeth Gehrer einer römischen Tribunin gleich das UG 2002 gegen den Willen aller Universitätsangehörigen durchpeitschen will". Durch neoliberale Bildungspolitik würden Studenten zu "BildungssklavInnen degradiert", heißt es in einer Aussendung der ÖH. Nach dem "Sklavenmarkt" - bei der "Versteigerung" am beliebtesten waren dabei Medizin- und Theologiestudenten - standen Vorträge, unter anderem vom Schriftsteller Robert Menasse, auf dem Programm. Diverse Workshops widmeten sich Themen wie "Offene Uni - Uni neu denken", "Universität und Rechtsextremismus", "Gender" sowie dem "UG aus feministischer Sicht". Am Abend sollte vor der Hauptuni noch ein Fest unter dem Motto "Bildung sprengt Ketten!" stattfinden.

An der Uni Salzburg gab es ein "Gewinnspiel" mit fünf Fragen zum UG - der Gewinner erhielt ein Gratis-Essen in der Mensa. In den anderen Uni-Städten wurden Informationsstände eingerichtet.

"Unglaubwürdig" sind die ÖH-Proteste für ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek. Alle wichtigen Forderungen der Studentenvertreter seien in der Regierungsvorlage zum UG erfüllt worden. Außerdem handle die ÖH-Führung gegen die Interessen der Studenten, wenn sie zur Hauptprüfungszeit zu Protestaktionen aufrufe, so Brinek in einer Aussendung.(APA)

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