Live-Sendung aus einem Grab von türkischer Polizei untersagt

11. Juni 2002, 12:55
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Nach neun Stunden wurde DJ wieder ausgegraben

Die türkische Polizei hat einen Radiomoderator ausgegraben, der live aus einem Grab berichten wollte. Yasar Naci Kurtcu störe mit seinem nicht genehmigten Programm die öffentliche Ruhe und gefährde sein Leben, hieß es am Dienstag zur Begründung in Izmir. Der 40 Jahre alte DJ wollte 24 Stunden lang eine Sondersendung aus einem Sarg ausstrahlen, wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete.

Kurtcu ließ sich am Sonntag in einem mit einer Lüftungsvorrichtung versehenen Sarg einen Meter tief in die Erde eingraben. Auf Grund technischer Probleme konnte er von dort aus aber nur zwei Mal für jeweils fünf Minuten im lokalen Radiosender Hit senden. Die Polizei ließ Kurtcu nach neun Stunden wieder ausgraben.

"Ich hatte sowieso langsam die Nase voll", sagte der DJ anschließend. Er wolle den Versuch jedoch mit der notwendigen Genehmigung wiederholen. Unter der Erde habe er viel über das Leben nachgedacht. "Ich dachte immer wieder: 'Gott sei Dank, dass ich nur zum Spaß hier bin'", sagte Kurtcu. (APA/AP)

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