OMV will Marktanteil im Donauraum verdoppeln

11. Juni 2002, 20:25
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Auch Förderung soll kräftig erhöht werden

Wien - Die OMV strebt bis 2008 eine Verdoppelung ihres Marktanteils von derzeit zehn auf 20 Prozent im erweiterten Donauraum an, den sie als ihre Kernregion betrachtet, erklärte Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die Region (Bayern, Österreich, Ost- und Mitteleuropa ohne Polen und die ehemaligen Sowjet-Staaten) stelle einen Markt von 100 Mio. Einwohnern mit einem jährlichen Verbrauch an Ölprodukten von 75 Mio. Tonnen dar und sei vor allem wegen der im Vergleich zum Westen deutlich geringe- ren Autodichte das einzige Wachstumsgebiet in Europa.

Die OMV setze in dieser Region derzeit acht Mio. Tonnen Ölprodukte pro Jahr ab, sagte Ruttenstorfer. Die Verdoppelung auf 16 Mio. Tonnen soll vor allem aus eigener Kraft aber auch durch Zukäufe im Tankstellennetz erfolgen. Ein Erwerb von Raffinerien sei nur dann geplant, wenn er dem Ausbau des Kundengeschäfts und der Optimierung der Tankstellenversorgung diene.

Förderkapazität verdoppeln

Verdoppeln will die OMV bis 2008 auch die Förderkapazität von derzeit 80.000 Fass pro Tag auf 160.000 Fass. Dazu soll ein Mix aus verstärkter Explorationstätigkeit und strategisch sinnvollen Akquisitionen beitragen. Zukäufe soll es vor allem im Mittleren Osten und in Russland geben.

Den ehrgeizigen Wachstumsplänen stehen wesentlich bescheidenere Ertragserwartungen gegenüber. Ruttenstorfer strebt für die kommenden Jahre eine Rendite des eingesetzten Kapitals von rund 13 Prozent an. Heuer werde sie allerdings darunter liegen. Das erste Quartal habe einen Rückgang des Betriebserfolgs um 60 Prozent und des Jahresüberschusses um 70 Prozent gebracht. Im zweiten Quartal habe sich die Ertragslage zwar verbessert, insgesamt werde es aber bei einem Rückgang bleiben.

Gewinneinbußen erwartet Ruttenstorfer auch im Gasgeschäft durch die vollständige Liberalisierung des Marktes ab 1. Oktober. Da Österreich in Kontinentaleuropa damit Vorreiter sei, würden ausländische Konkurrenten verstärkt auf den heimischen Markt drängen. Und bei den inländischen Transporttarifen werde sich der Regulator um Preissenkungen bemühen. Kompensieren will die OMV diese Erlösschmälerungen durch verstärkte Aktivitäten in den Nachbarländern. (gb/DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2002)

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