Deutsches Unternehmen entwickelt Funkschalter ohne Batterien

11. Juni 2002, 12:04
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Energiegewinnung durch Betätigung mit den Fingern

Lichtschalter, die mit einer Funkverbindung zur Lichtquelle ausgestattet sind, gibt es schon seit längerer Zeit. Sie arbeiten mit Batterien. Neu ist aber der Funkwippschalter, der die nötige Energie aus der Betätigungskraft gewinnt. Das Produkt wurde von EnOcean entwickelt und in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist vorgestellt. Der Schalter wird ab Ende 2002 käuflich zu erwerben sein.

Technik

Die Module senden auf dem ISM-Frequenzband bei 869 MHz. Dieses Band ist europaweit freigegeben und zukunftssicher. Jeder Sender erhält bereits bei der Herstellung eine eindeutige 32-Bit-Adresse. Damit können mehr als vier Milliarden Sender unterschieden werden. Die Reichweite ist, so die Hersteller, mit der eines Schnurlos-Telefons vergleichbar: Bis zu 300 m bei freier Ausbreitung. Alle Funktionen wie Schalten, Dimmen und Steuern sind selbstverständlich möglich.

Ausnutzung

Der batterielose Funkschalter funktioniert nach dem Prinzip der Nutzung des Fingerdrucks. Dieser Druck speist über einen Energiewandler genügend elektrische Energie in eine Schaltung, die dann ein kodiertes Funktelegramm absendet. Dazu sind weder eine Batterie nötig noch ein Signalkabel. Die jederzeitige Neuinstallierung von Lichtschaltern ist dann ganz einfach, da keine weitere Verkabelung mehr nötig ist. EnOcean arbeitet derzeitig an einem batterielosem Funksensor für Autoschlüssel.

Nominiert

Um die Innovation der batterielosen Funktechnik breit zu vermarkten, hat die Siemens AG gemeinsam mit den Know-how-Trägern die EnOcean GmbH im Jahre 2001 gegründet. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 für den deutschen Zukunftspreis für Wissenschaft und Innovation des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland nominiert. (pte)

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