Dänemark vs.
Frankreich

12. Juni 2002, 17:11
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Roger Lemerre (Teamchef Frankreich): "Über Rücktritt habe ich noch nicht nachgedacht. Meine Zukunft ist aber nicht wichtig. Nicht ich bin wichtig, sondern der Blick auf die Jugend. Frankreich wird zurück schlagen. Jetzt haben wir eine Menge Arbeit vor uns. Ich bin seit 30 Jahren in diesem Job, der einer der besten auf der Welt ist. Du musst aber aber die Niederlagen genauso wie die Siege akzeptieren. Wir haben uns den Aufstieg nicht verdient. Bereits vor der WM hatten wir jede Menge kleinere Probleme, wir waren nie 100 Prozent."

Morten Olsen (Teamchef Dänemark): "Das war eine sehr schwere Gruppe, besonders nach Frankreichs Niederlage im Eröffnungsspiel. Wir hatten einen guten Tag und haben mit viel Selbstvertrauen und vor allem Disziplin gespielt. Wir haben auch gute Kombinationen gezeigt. Zidane war eine große Stimulanz für Frankreich, aber wir haben ihn sehr gut gedeckt. Gegen eine so gute Mannschaft wie Frankreich kann man nicht gewinnen, wenn nicht alle verteidigen. Situationen wie vor dem 1:0

Jean Pierre Raffarin (Französischer Premierminister): "Man soll nicht verbrennen, was man gestern noch bewunderte."

Jacques Chirac (Französischer Präsident): "Frankreichs Fußball muss weiter auf Weltniveau bleiben. Die großartigen Siege der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1998 und der Europameisterschaft 2000 werden nicht in Vergessenheit geraten. Das Scheitern muss nun überwunden werden."

Dennis Rommedahl (Dänischer Torschütze zum 1:0): "Ich konnte es fast nicht glauben, dass ich getroffen habe. Ich bin mir sicher, dass wir nun weit kommen. Mir ist es egal, ob wir gegen England oder Argentinien spielen müssen."

Bixente Lizarazu (Teamspieler Frankreich): "In den vergangenen sechs Jahren waren wir es gewohnt zu siegen. Wir hatten stets Glück. Und jetzt können wir nicht wirklich verstehen, was da passiert ist. Vor dem Spiel hofften wir noch immer auf den Aufstieg. Und sogar in der Pause beim Stand von 0:1 hatte ich noch das Gefühl, dass wir drei Tore schießen können. Nach dem zweiten Gegentor hätten wir schon mehr als ein Wunder benötigt."

Vincent Candela (Teamspieler Frankreich): "Die Zahlen sagen alles, da gibt es nicht mehr viel zu sagen. 1998 war der Jubel gewaltig, nun ist die Enttäuschung immens. Wir waren psychologisch nicht bereit für einen derartigen Rückschlag. Vor allem für die 33 oder 34 Jahre alten Spieler ist es hart, denn es war ihre letzte WM."

David Trezeguet (Teamspieler Frankreich): "Von Beginn lief alles falsch. Wenn du Schlüsselspieler wie Pires, Zidane und Henry verlierst, dann bist du nicht mehr dieselbe Mannschaft wie zuvor. Dennoch haben wir eigentlich nicht so schlecht gespielt und uns viele Chancen erspielt. Aber wenn der Ball nicht ins Netz will, kann man nicht viel machen. Wir hätten noch zwei Stunden länger spielen können und hätten dennoch nicht getroffen. Was wir jetzt brauchen ist Ruhe."

Michel Platini (früherer Teamspieler und Teamchef von Frankreich): "Ich habe eigentlich nichts zu sagen. Aber das Wichtigste ist, der ganzen Mannschaft merci zu sagen für das, was sie geleistet hat. Enttäuscht? Nein. Ich war nicht sehr optimistisch. Ich weiß, was es heißt, wenn es schlecht läuft."

Lilian Thuram (Teamspieler Frankreich): "Das Schlimmste ist, dass unsere Mannschaft so reich an Individualisten ist und wir Gruppenletzter geworden ist. Das ist tragisch. Bis zuletzt haben wir uns gesagt, dass der Aufstieg möglich ist. Und nun fahren wir nach Hause nach Paris."

Juninho (Teamspieler Brasilien): "Die Revanche für das Finale 1998 wurde abgesagt. Dabei hätten es sich unsere Fans so sehr gewünscht. Und tief drinnen wollten es die Spieler auch."

Roberto Carlos (Teamspieler Brasilien): "Das ist Fußball. Das war keine echte Sensation, das ist die Realität im heutigen Fußball. Gut, dass das nicht uns passiert ist. Wir haben aus den Umfallern in der WM-Qualifikation unsere Lehren gezogen. Für meine Real-Teamkollegen Zidane und Makelele tut es mir leid, sie gehen jetzt unfreiwillig früher in den Urlaub."

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