Keine Einigung bei Deutsche Telekom-Tarifverhandlung

11. Juni 2002, 00:58
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Verdi nennt Arbeitgeber-Angebot "Provokation"

Die Tarifverhandlungen für die 124.000 Beschäftigten der Deutschen Telekom haben am Montag zu keiner Einigung geführt.

Arbeitgeber-Angebot "ist eine Provokation"

Ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sagte am Abend, die Große Tarifkommission solle kommenden Mittwoch über das Arbeitgeber-Angebot beraten und möglicherweise auch darüber entscheiden, ob die Verhandlungen für gescheitert erklärt werden sollten. Ein Telekom-Sprecher sagte dagegen, er gehe davon aus, dass sich die Tarifparteien am 27. Juni zur vierten Tarifrunde treffen werden. Zuvor hatte die Telekom nach eigenen Angaben angeboten, vom 1. Juli 2002 an die Entgelte um insgesamt 3,8 Prozent zu erhöhen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nannte das Angebot eine "Provokation". Das Angebot der Telekom beläuft sich nach Verdi-Berechnungen lediglich auf 3,1 Prozent.

Warnstreiks tausender Beschäftigter

Begleitet von Warnstreiks mehrerer tausend Beschäftigter bot die Telekom in der dritten Verhandlungsrunde am Montag in Bonn an, die Monatsentgelte und die Sonderzahlung um 2,8 Prozent sowie zusätzlich die Leistungsentgelte um ein Prozent zu erhöhen. Für das Folgejahr werde eine Erhöhung der Entgelte um weitere drei Prozent vom 1. Mai 2003 angeboten. Der Tarifvertrag solle eine Laufzeit bis Ende April 2004 haben.

Rund 8000 Beschäftigte hatten nach Gewerkschaftsangaben in 15 Städten für die Gewerkschaftsforderungen demonstriert. Verdi fordert eine Tariferhöhung von 6,5 Prozent und eine Laufzeit von längstens zwölf Monaten. Der bisherige Tarifvertrag bei der Telekom war Ende April dieses Jahres ausgelaufen.(APA/Reuters)

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