Wissensdurst unter der prallen Sonne

10. Juni 2002, 20:08
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Weiterbildungsangebote im Sommer: Sprachen sind beliebt, wichtig sind aber auch Computer- und IT-Kurse

Wenn es ums Lernen in den Ferien geht, setzen Kinder natürlich den "Bitte nicht!"-Blick auf. Und sind ganz verwundert, wenn Erwachsene freiwillig Kurse belegen. Sie sehen das offenbar als unnötigen Akt der Selbstgeißelung.

Doch die Eltern lernen gern, behaupten sie zumindest, vor allem Sprachen - und das nicht nur zur Urlaubsvorbereitung, wie "polycollege"-Direktorin Susanne Schaefer-Wiery im Gespräch mit dem STANDARD anmerkt. Sommersprachkurse werden auch zur Vorbereitung auf die Diplomprüfungskurse in Französisch, Spanisch und Englisch angeboten. Oder einfach zur Aufbesserung der Kenntnisse: Möglichkeiten dazu gibt es nicht nur in den Standardsprachen. Wer sein Finnisch auffrischen oder damit vielleicht auch erst beginnen will, kann im "polycollege"-Programm fündig werden.

Der Sommer ist also nicht nur zur Erholung, sondern auch zum Schließen von Wissenslücken da: Im Sprachenzentrum der Universität Wien wird im Juli und August in komprimierter Form gebüffelt, was sonst Stoff eines ganzen Semesters ist. Die öffentlichen Kurse in Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Spanisch werden wie das Programm für Studenten in verschiedenen Schwierigkeitsstufen abgehalten, die, so Kathrin Kordon vom Sprachenzentrum, europäischen Vergleichsstandards entsprechen (Common European Framework). Und daher in ganz Europa anerkannt sind.

Die Alternative

Mindestens ebenso wichtig wie Sprachen sind Computerkurse, sagt die Alltagserfahrung. Weshalb das polycollege, aber auch die Arbeiterkammer Wien davon reichlich im Angebot haben. Wer statt stundenlangen Flachliegens im Schwimmbad zwei Tage die Schulbank drückt, weiß zum Beispiel schon, wie Powerpoint 2000 funktioniert. Auch nicht schlecht.

Im Wifi Wien liegt das Hauptaugenmerk noch auf Sprachen und Informationstechnologie. Mehrere Kurse werden auch über E-Learning angeboten. Wifi-Zentralen in den Bundesländern richten sich nach der jeweiligen Arbeitsmarktsituation: In Salzburg etwa können Gastronomie-Kurse belegt werden.

Projektstart

Wer das Projekt Weiterbildung schließlich doch erst im Herbst beginnen kann, braucht angesichts des drohenden Berufsalltags ebenfalls nicht zu verzagen. Es gibt ja schon reichlich E-Learning-Angebote - und es werden immer mehr. Die Virtual Global University etwa, eine Privatinitiative von 17 Universitätsprofessoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, bietet Wirtschaftsinformatik online an. Abschlüsse von Einzelkursen sind in nur vier Monaten möglich. Den International Master of Business Informatics kann man in zwei Jahren erlangen. Die Kurse des Wintersemesters beginnen im Oktober, Anmeldungen sind ab Juni möglich. Besonders praktisch: Die Teilnahme ist - das liegt bekanntlich in der Natur des Internet - von jedem Ort der Welt möglich. Man könnte also theoretisch auch dabei Ferien machen. (pi/isa/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 6. 2002)

Weiterbildungsangebote im Sommer: Sprachen sind beliebt, wichtig sind aber auch Computer- und IT-Kurse. Wer auf ein paar Tage Schwimmbad verzichtet, könnte da und dort schon einige Schritte weiterkommen.
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