Karriere mit Knick - Stapochef Heindl

10. Juni 2002, 20:43
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Wien - Die Ernennung zum Chef der Verkehrsabteilung im Innenministerium bedeutet für den 47-jährigen Juristen Peter Heindl einen unfreiwilligen Karriereknick. Der als ruhig und besonnen bekannte Beamte war seit Anfang Jänner 1996 Leiter der Staatspolizei. Der damalige Innenminister Caspar Einem (SP) hatte den gebürtigen Niederösterreicher und Kabinettschef zum Stapochef befördert.

Der Rechtsextremismus-Experte Heindl sollte vor allem den damals noch ungelösten Briefbombenterror aufklären. Sein Vorgänger, Oswald Kessler, war an dieser Aufgabe gescheitert. 1997 wurde der Bombenattentäter Franz Fuchs schließlich gefasst.

Heindl trat 1982 in den Dienst der Polizei ein. Nur vier Jahre später gehörte er bereits dem Kabinett von SP-Innenminister Karl Blecha an. In der Staatspolizei baute er unter anderem das erfolgreiche Schlepperreferat auf, das heute in das Bundeskriminalamt integriert ist. Nach den Terroranschlägen vom 11. Sep- tember war Heindl zuständig für Ermittlungen in Österreich. In ständigem Kontakt mit den US-Behörden wurden auch in Österreich Hunderte Hinweise und Personen überprüft. (simo/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. Juni 2002)

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