Knoblauch kurbelt DNA-Reparatur an

10. Juni 2002, 19:55
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Russische Forscher versetzten Zellkultur mit einem Tropfen einer Knoblauch-Lösung und konstatierten Schutzwirkung

Moskau - Forscher des Vavilov-Instituts für Allgemeine Genetik haben bei der Untersuchung der antimutagenen Wirkung von Knoblauch festgestellt, dass Knoblauch die Reparatur geschädigter DNA stimuliert. In einigen Fällen soll er laut Berichten der russischen Nachrichtenagentur Informnauka die Erbsubstanz auch vor negativen Einflüssen schützen. Antimutagene haben die Aufgabe, DNA-Schäden zu reparieren, die wiederum durch Mutagene entstanden sind. Der Wirkungsmechanismus einiger Antimutagene ist nach wie vor ungeklärt.

Für die Untersuchung wählten die Forscher menschliche Fibroblasten-Kulturen. Fibroblasten sind Zellen des Bindegewebes, die sich rasch teilen. Die Zellen wurden mit einem der folgenden Mutagene behandelt: Gamma-Strahlung, Cadmium-Chlorid und der Verbindung Nitrochinolin-N-Oxid (NQO). Diese Mutagene wurden herangezogen, da die Zellen den durch diese Mutagene bedingten Schaden unterschiedlich reparierten. DNA-Brüche durch Gammastrahlen wurden innerhalb von 15 Minuten ausgemerzt. Zur Reparatur einer Schädigung durch NQO benötigen die Zellen zwischen vier Stunden und einen Tag. Nach der Behandlung der Zellen mit Cadmium-Chlorid brauchten die Zellen rund 24 Stunden, um den Schaden zu beheben.

Die Forscher versetzten die Zellkultur mit einem Tropfen der Knoblauch-Lösung. Anschließend wurden die Zellen mit einem der Mutagene behandelt und die Zahl der DNA-Brüche geschätzt. In allen drei Fällen stellten Forscher die Schutzwirkung von Knoblauch fest, die aber unterschiedlich ausfiel. Im Fall einer Schädigung durch Cadmium-Chlorid und Gamma-Strahlung schützte Knoblauch vor DNA-Brüchen. Bei einer Cadmium-Chlorid-bedingten zellulären DNA-Zerstörung von einem Fünftel konnte der Anteil durch die Wirkung von Knoblauch auf acht Prozent reduziert werden. Die Zellen benötigten dafür rund vier Stunden. Gewöhnlich dauert dieser Vorgang mehr als 24 Stunden. Die Wirkung des Knoblauchs ist diesbezüglich auf seine Funktion als "freier-Radikal-Fänger" zurückzuführen. Freie Radikale besitzen eine mutagene Wirkung. Der Schutzeffekt des Knoblauch-Extrakts passt laut Forschern exakt zu der zellverändernden Wirkung der Gamma-Strahlung sowie der Cadmium-Salze.

Anders erwies sich die Situation im Fall von NQO. Die Verbindung bildet keine freien Radikale und so führte auch das Knoblauch-Extrakt zu keiner Veränderung des Zellschadens. Dennoch beschleunigte er die DNA-Reparatur signifikant. Vermutlich beruht die Wirkung auf einem Rundum-Schutz der menschlichen Erbsubstanz. (pte)

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