Fiat-Krise: Gewerkschaften wollen Treffen mit Berlusconi

11. Juni 2002, 16:23
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Arbeitsnehmerverbände fordern Entwicklungsplan

Rom - Nach dem Rücktritt des Geschäftsführers der italienischen Autogruppe Fiat, Roberto Cantarella, haben die Gewerkschaften am Dienstag ein Treffen mit Regierungschef Silvio Berlusconi gefordert, um über die Krise des Konzerns zu beraten, der Tausende von Arbeitsplätzen gefährdet. Die Gewerkschaften wollen, dass Berlusconi Druck auf das Unternehmen ausübt, damit die Hauptaktionäre einen Entwicklungsplan vorlegen, der dem maroden Konzern eine Zukunft sichern könne.

"Der Rücktritt Cantarella bestätigt, wie besorgniserregend die Krise bei Fiat ist. Wir wollen mit der Regierung nicht nur über die Arbeitsplätze diskutieren, sondern einen Entwicklungsplan sehen, der dem Autokonzern eine neue Perspektive geben kann", sagte der Chef des Gewerkschaftsverbands der Metallarbeiter Fim, Giorgio Caprioli.

Lust zum Wettbewerb finden

"Fiat ist ein Großkonzern, der die Lust zum Wettbewerb wieder finden muss. Italien braucht große Unternehmen, die auf internationaler Ebene konkurrieren können", sagte der Chef des Gewerkschaftsverbands CISL, Savino Pezzotta. Fiat beschäftigt derzeit 198.000 Personen. Für jeden Arbeitsplatz der bei Fiat abgebaut wird, sind weitere vier Plätze in der Zuliefererindustrie gefährdet, schätzen die Gewerkschaften.

Im Gegensatz zu anderen Krisen in den vergangenen Jahrzehnten wird Fiat, Italiens größte Privatgruppe, nicht mit einer lebenswichtigen Unterstützung der Regierung rechnen können. "Wir können zwar versuchen, den Automarkt zu beleben, können jedoch keine Maßnahmen für Fiat ergreifen, da dies gegen die Wettbewerbsregelung der EU verstoßen würde", sagte Ministerpräsident Berlusconi. (APA/Reuters)

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