Das Erbe des Dschingis Khan, eine Zeitreise in Leoben

10. Juni 2002, 19:23
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Kunsthalle widmet sich wieder der Geschichte eines Kulturvolks

Leoben - Das geheimnisumwitterte Grab des berühmtesten Mongolen aller Zeiten wird irgendwo in den Bergsteppen des Khentiigebirges vermutet, das Erbe des Dschingis Khan kann jedoch bis November im obersteirischen Leoben entdeckt werden. Die Kunsthalle Leoben zeigt in Kooperation mit der Eremitage in St. Petersburg und dem Kunsthistorischen Museum Wien nicht weniger als rund 400 Exponate aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Die Mongolen der "Goldenen Herde" werden dabei jenseits der Mythen gefürchteter Krieger als ein kunstsinniges Volk präsentiert.

Neben aufwändig gearbeiteten Schmuckstücken, Goldkelchen, Glaspokalen oder Orden, finden sich auch rund 800 Jahre alte "Personalausweise" aus vergoldetem Silber: Die so genannten Paitzas wurden von hohen Beamten des Dschingis Khan auf dem Gürtel getragen, und berechtigten ihre Besitzer unter anderem dazu, Menschen hinzurichten.

Publikumserfolg

Das berühmteste Objekt der Schau, die bereits nach einem Monat über 10.000 Menschen sahen, ist der über zwei Meter hohe "Stein des Dschingis" aus der Eremitage, der in einer fünfzeiligen Inschrift von den Taten des legendären Herrschers erzählt. Wer noch nie eine geräumige Jurte - das mobile Zelt der Mongolen - betrat, kann das in Leoben nachholen und sich von den Ausmaßen dieser Behausung überraschen lassen.

Mit der Präsentation der Schätze der Mongolen setzt die Kunsthallen-Leiterin, Susanne Leitner-Böchzelt, nach den Ausstellungen zu China, Tibet, Peru und Ägypten, weiter auf die Geschichte großer Kulturvölker. Das Konzept ging schon in der Vergangenheit voll auf: Allein die vorjährige Ägypten-Schau hatte 165.000 Besucher. (cms/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 6. 2002)

"Das Erbe des Dschingis Khan - Die Schätze der Goldenen Horde aus der Eremitage in St. Petersburg". 20. 4. bis 3. 11. in der Kunsthalle Leoben.

Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 18 Uhr.
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die gängige Vorstellung vom "Mongolensturm"

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