Visa und Mastercard-Berufungsklage abgewiesen

10. Juni 2002, 18:24
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Sammelklagenstatus von Einzelhändlern wird rückgängig gemacht

Washington - Das oberste amerikanische Bundesgericht hat am Montag eine Berufungsklage der Visa USA Inc. und der MasterCard International abgewiesen. Darin hatten die beiden amerikanischen Kreditkartenriesen versucht, die Zulassung des Sammelklagenstatus einer Klage von mehr als vier Millionen Einzelhändlern gegen Visa und MasterCard durch ein Gericht in zweiter Instanz rückgängig zu machen.

Das oberste US-Gericht wird aber die Visa- und MasterCard-Klage nicht anhören. Damit steht die Entscheidung des Berufungsgerichts. Dies hat die amerikanischen Wirtschaftsagentur "Bloomberg" am Montag berichtet.

Zu "Debit"-Karten gezwungen

In der Klage der amerikanischen Einzelhändler geht es um Vorwürfe, dass Visa und MasterCard die Einzelhändler gezwungen habe, ihre "Debit"-Karten zu akzeptieren. Sie machten die Weiterverwendung der regulären Visa- und MasterCard-Kreditkarten durch die Einzelhändler davon abhängig, dass sie auch die Debit-Karten von Visa und MasterCard verwenden. Die Einzelhändler klagen gegen diese Bündelung.

Debit-Karten sind Plastikgeld, bei denen die beim Kauf einer Ware oder bei anderen Ausgaben anfallenden Beträge direkt vom Bankkonto des Debit-Karten-Besitzers abgezogen werden.

Forderungen

Es gehe potenziell um Schadenersatzforderungen von bis zu 100 Mrd. Dollar (105,8 Mrd. Euro), hätten Visa und MasterCard in ihrer "Supreme-Court"-Intervention behauptet. Ein Richter habe die Forderungen jedoch nur auf acht Mrd. Dollar geschätzt, berichtete "Bloomberg".

Zu den Klägern gehören unter anderem Einzelhandelskonzerne wie Wal-Mart, Sears Roebuck, Circuit City, Limited, Safeway sowie drei Branchenverbände und eine Gruppe kleinerer Einzelhändler, erklärte "Bloomberg". Die Visa- und MasterCard-Debitkarten haben nach Darstellung der Einzelhändler bis zu 25 mal höhere Abrechnungsgebühren als Debit-Karten anderer Anbieter. (APA)

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