Absprachen bei Zinsen

10. Juni 2002, 18:59
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In den seit 1998 laufenden Ermittlungen der EU-Wettbewerbshüter gegen damals acht, heute sieben österreichische Banken geht es um vermutete illegale Preisabsprachen für bestimmte Bankgebühren und Zinsen im Rahmen des so genannten "Lombard-Clubs". Die Banken haben die Existenz des Lombard-Clubs nicht bestritten, aber stets argumentiert, dass die Auswirkungen auf die Preise vernachlässigbar gewesen wären.

Ins Rollen kam die Sache nach dem Selbstmord des damaligen Kontrollbank-Vorstandes Gerhard Praschak im April 1997 und einer Anzeige der FPÖ in Brüssel. Im Juni 1998 ließ die EU-Kommission Hausdurchsuchungen durchführen, bei denen angeblich "umfangreiches Beweismaterial" gefunden wurde. Seit 2000 werden regelmäßig ein Urteil und hohe Bußgelder angekündigt. Die Strafzahlungen würden ins EU-Budget fließen.

Betroffen sind: Bank-Austria-Gruppe, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank, Bawag inklusive der übernommenen P.S.K., Volksbanken, Raiffeisen Landesbank NÖ Wien und die Niederösterreichische Landes Hypo. (miba/DER STANDARD, Printausgabe, 11.6.2002)

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