US-Regierung erwägt atomaren Erstschlag

10. Juni 2002, 17:44
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"Nationale Sicherheitsstrategie" kommt im Herbst

Washington - Die US-Regierung entwickelt nach einem Bericht der "Washington Post" eine neue Militär-Doktrin, die Präventivschläge als Möglichkeit festschreibt. Das neue Konzept sei in einem Entwurf für eine neue "Nationale Sicherheitsstrategie" enthalten, die im Herbst veröffentlicht werden solle. Nach Ansicht von Experten würde die Aufnahme der Erstschlag-Option in das strategische Konzept eine radikale Änderung der bisherigen 50 Jahre alten Doktrin der Abschreckung und Eindämmung bedeuten.

Bereits in seinem Bericht zur Lage der Nation im Jänner hatte Präsident George W. Bush die Option von Erstschlägen gegen Staaten angedeutet, die Terroristen unterstützen oder deren Besitz von biologischen, chemischen oder atomaren Waffen eine Bedrohung für die USA darstelle. Die "Washington Post" zitierte einen Regierungsbeamten mit den Worten, Abschreckung und Eindämmung würden in der künftigen Strategie nicht fallen gelassen. Vielmehr würden "Prävention", das heißt ein "vorbeugender" Schlag, und "defensive Intervention" erstmals offiziell als Optionen hinzugefügt. (APA/dpa)

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